Henochs Reisen durch Erde und Unterwelt

Der erste Reisebericht

Sie nahmen mich fort und versetzten mich an einen Ort, wo die dort befindlichen Dinge wie flammendes Feuer sind, und wenn sie wollen, erscheinen sie wie Menschen. Sie führten mich an den Ort des Sturmwindes und auf einen Berg, dessen äußerste Spitze in den Himmel reicht. Ich sah Örter der Lichter, die Vorratskammern der Blitze und des Donners und in der äußersten Tiefe einen feurigen Bogen, Pfeile samt ihrem Köcher, ein feuriges SCHWERT und sämtliche Blitze. Sie versetzten mich an die lebendigen Wasser und an das Feuer des Westens, das die jedesmal untergehende Sonne empfängt. Ich kam bis zu einem Feuerstrome, dessen Feuer wie Wasser fließt, und der sich in ein großes Meer im Westen ergießt. Ich sah die großen Ströme und gelangte bis zu dem großen Fluß und bis zu der großen Finsternis und ging dahin, wohin alles Fleisch wandert. Ich sah die Berge der schwarzen Winterwolken und den Ort, wohin sich alle Wasser der Tiefe ergießen. Ich sah die Mündung aller Ströme der Erde und die Mündung der Tiefe.

Ich sah die Behälter aller Winde und ich sah, wie er mit ihnen die ganze Schöpfung ausgeschmückt hat, und ich sah die Grundfesten der Erde. Ich sah den Eckstein der Erde und ich sah die vier Winde, die die Erde und die Feste des Himmels tragen. Ich sah, wie die Winde die Höhe des Himmels ausspannen und ihre Stellung zwischen Himmel und Erde haben: das sind die Säulen des Himmels. Ich sah die Winde der Himmel, die die Sonnenscheibe und alle Sterne bewegen und herumschwingen. Ich sah die Winde, die über der Erde die Wolken tragen; ich sah die Wege der Engel, und ich sah am Ende der Erde die Himmelsfeste oberhalb der Erde. Ich ging weiter und sah einen Ort brennend Tag und Nacht, da, wo die sieben Berge aus Edelsteinen sind, drei in der Richtung nach Osten und drei in der Richtung nach Süden. Von denen in der Richtung nach Osten ist einer aus farbigem Stein, einer aus Perlstein und einer aus Topas; die in der Richtung nach Süden sind aus rotem Stein. Der mittlere, der bis zum Himmel reicht, ist wie der Thron GOTTES aus Rubinstein, und die Spitze des Throns ist aus Saphir. Ich sah ein loderndes Feuer. Hinter diesen Bergen ist ein Ort, jenseits des großen Landes; dort sind die Himmel vollendet.

Der vorläufige und endgültige Strafort der gefallenen Engel

Ich sah einen tiefen Abgrund mit Säulen himmlischen Feuers, und ich sah unter ihnen Feuersäulen herabfallen; sie waren weder nach Tiefe noch nach Höhe zu messen. Hinter diesem Abgrund sah ich einen Ort, wo weder die Himmelsfeste darüber, noch die festgefügte Erde darunter, noch Wasser unter ihm war, noch gab es dort Vögel, sondern ein Ort war es, wüste und grausig. Ich sah dort sieben Sterne wie große brennende Berge. Als ich mich danach erkundigte, sagte der Engel: Dies ist der Ort, wo Himmel und Erde zu Ende sind; ein Gefängnis ist dies für die Sterne und für das Heer des Himmels. Die Sterne, die über dem Feuer dahinrollen, das sind die, welche beim Beginn ihres Aufgangs den Befehl GOTTES übertreten haben; denn sie kamen nicht zu ihrer Zeit hervor. Da wurde er zornig über sie und band sie zehntausend Jahre bis zu der Zeit, da ihre Sünde vollendet ist.

Da sagte zu mir Uriel: Hier werden die Engel stehen, die sich mit den Weibern vermischt haben; und ihre Geister verunreinigten, vielerlei Gestalten annehmend, die Menschen und verführen sie, den Dämonen wie Göttern zu opfern; sie werden hier stehen bis zum Tage des großen Gerichts, an dem sie bis zu ihrer völligen Vernichtung gerichtet werden. Aber die Weiber der abgefallenen Engel werden zu Sirenen werden. Ich, Henoch, habe allein das Geschaute, den Anblick der Enden von allen Dingen, gesehen, und kein Mensch hat sie so gesehen, wie ich sie gesehen habe.

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