Die dritte Bilderrede

Der Lohn

Da fing ich an, die dritte Bilderrede über die ausgewählten Gerechten zu reden.

Selig seid ihr Gerechten und Auserwählten, denn herrlich wird euer Los sein! Die Gerechten werden im Licht der Sonne und die Auserwählten im Licht des ewigen Lebens sein; ihre Lebenstage haben kein Ende, und die Tage der Heiligen sind unzählbar. Sie werden das Licht suchen und Gerechtigkeit bei dem HERRN DER GEISTER finden; die Gerechten werden im Namen des HERRN der Welt Frieden haben. Danach wird zu den Heiligen gesagt werden, daß sie im Himmel die Geheimnisse der Gerechtigkeit, das Los des Glaubens, suchen sollen; denn es ist wie Sonnenschein auf dem Festlande hell geworden, und die Finsternis ist gewichen. Unaufhörlich wird das Licht sein, und unzählbar werden die Tage sein, in die sie kommen, denn die frühere Finsternis wird vernichtet, und das Licht wird vor dem HERRN DER GEISTER kräftig sein, und das Licht der Rechtschaffenheit wird für immer vor dem HERRN DER GEISTER kräftig leuchten.

Die Wirkungsweise von Blitz und Donner

In jenen Tagen sahen meine Augen die Geheimnisse der Blitze und der Lichter und ihr Gesetz. Sie blitzten zum Segen oder zum Fluch, wie der HERR DER GEISTER will. Dort sah ich die Geheimnisse des Donners und wie, wenn er oben im Himmel ertönt, der Schall davon unten gehört wird. Sie ließen mich die Wohnstätten des Festlandes sehen und den Schall des Donners, wie er zum Heil und Segen oder zum Fluche vor dem HERRN DER GEISTER dient. Danach wurden mir alle Geheimnisse der Lichter und Blitze gezeigt, wie sie zum Segen blitzen und zur Sättigung der Erde.

Das Sintflutgericht

Im Jahre fünfhundert, im siebten Monat, am vierzehnten des Monats im Leben Noahs. In jener Bilderrede sah ich, wie der Himmel der Himmel gewaltig erbebte, und das Heer des Höchsten, die Engel, tausendmal Tausende und zehntausendmal Zehntausende in große Aufregung kamen. Der Betagte saß auf dem Throne seiner Herrlichkeit, während die Engel und die Gerechten um ihn herumstanden. Da erfaßte mich ein gewaltiges Zittern. Furcht ergriff mich; meine Hüfte krümmte und löste sich, mein ganzes Ich schmolz dahin, und ich fiel auf mein Angesicht. Da sandte Michael einen anderen Engel von den Heiligen und er richtete mich auf. Als er mich aufgerichtet hatte, kehrte mein Geist zurück; denn ich war nicht imstande gewesen, den Anblick jenes Engel-Heeres, die Erschütterung und das Erbeben des Himmels auszuhalten.

Da sagte Michael zu mir: Was für ein Anblick hat dich so verwirrt? Bis heute dauerte der Tag seiner Barmherzigkeit, und war er barmherzig und langmütig gegen die Bewohner des Festlandes. Aber wenn der Tag der Gewalt, der Strafe und des Gerichts kommt, den der HERR DER GEISTER denen bereitet hat, die das Gesetz der Gerechtigkeit beugen, das gerechte Gericht leugnen und seinen Namen mißbrauchen, so ist jener Tag zubereitet für die Auserwählten, aber für die Sünder als ein Tag der Heimsuchung. An jenem Tage werden zwei Ungeheuer verteilt werden: ein weibliches, Namens Leviathan, um in der Tiefe des Meeres über den Quellen der Wasser zu wohnen; das männliche aber heißt Behemoth, das mit seiner Brust eine unübersehbare Wüste, Namens Dendain, einnimmt, im Osten des Gartens, wo die Auserwählten und Gerechten wohnen, wohin mein Großvater aufgenommen wurde, der siebente von Adam her, dem ersten Menschen, den der HERR DER GEISTER geschaffen hatte. Ich bat jenen anderen Engel, mir die Macht jener Ungeheuer zu zeigen, wie sie an einem Tage geschieden, das eine in die Tiefe des Meeres und das andere auf das öde Festland versetzt wurden.

Er sprach zu mir: Du Menschensohn willst hier wissen, was verborgen ist. Da sprach zu mir der andere Engel, der mit mir ging und mir zeigte, was verborgen ist, das Erste und das Letzte, im Himmel, in der Höhe, unter der Erde, in der Tiefe, an den Enden des Himmels, auf dem Grunde des Himmels und in den Behältern der Winde; und wie Geister verteilt sind, wie man wägt und berechnet die Quellen und die Winde, ein jedes nach der Kraft des Geistes, die Kraft des Mondlichts, und wie es eine Kraft der Gerechtigkeit ist, und die Abteilungen der Sterne nach ihren Namen und alle Abteilungen, die gemacht werden, und die Donnerschläge nach ihren Orten, wohin sie fallen, und alle Abteilungen, die unter den Blitzen gemacht werden, damit es blitze, und ihre Scharen, damit sie sogleich gehorchen. Denn der Donner hat feste Regeln für die Dauer des Schalls, die ihm bestimmt ist. Donner und Blitz sind niemals getrennt; durch den Geist getrieben fahren beide hin und trennen sich nicht. Denn wenn der Blitz blitzt, läßt der Donner seine Stimme erschallen; während des Schlags macht der Geist seine Anordnungen und teilt die Zeit in gleiche Teile unter ihnen. Denn der Vorrat ihrer Schläge ist so zahlreich wie der Sand, und ein jeder von ihnen wird bei seinem Schlage mit einem Zügel gehalten, und sie werden durch die Kraft des Geistes umgewendet und ebenso fortgestoßen, je nach der Menge der Erdgebiete. Der Geist des Meeres ist männlich und stark; gemäß der Macht seiner Stärke zieht er es mit einem Zaum zurück, und ebenso wird es fortgestoßen und unter alle Berge der Erde zerstreut. Der Geist des Reifs ist ein besonderer Engel, und der Geist des Hagels ist ein guter Engel. Den Geist des Schnees hat er wegen seiner Stärke entlassen, und der Schnee besitzt einen besonderen Geist; was daraus hervorgeht, ist wie Rauch und heißt Frost. Der Geist des Nebels ist nicht mit ihnen, Schnee, Reif und Frost in ihren Behältern vereint, sondern hat einen besonderen Behälter. Denn er tritt auf am frühen Morgen, bei Licht und Finsternis, im Winter und Sommer; sein Behälter ist das Licht, und der Geist ist sein Engel. Der Geist des Taus hat den Enden des Himmels seine Wohnung, die mit den Behältern des Regens zusammenhängt. Er tritt im Winter und Sommer auf, und seine Wolken und die des Nebels stehen im Zusammenhang; einer gibt dem anderen Kraft. Wenn sich der Geist des Regens aus seinem Behälter herausbewegt, kommen die Engel und öffnen den Behälter und lassen ihn heraus, ebenso wenn er über das Festland hin zerstreut wird und so oft er sich mit dem Wasser auf der Erde verbindet.

Denn die Wasser sind für die Erdenbewohner da; denn der Höchste, der im Himmel ist, hat sie zur Ernährung für das Festland bestimmt. Deshalb ist für den Regen ein Maß vorhanden, und die Engel nehmen es in Empfang. Alle diese Dinge sah ich bis zu dem Garten der Gerechten.

Da sprach der Engel des Friedens, der bei mir war, zu mir: Diese zwei Ungeheuer sind gemäß der Größe GOTTES dazu da, verspeist zu werden, damit das Strafgericht GOTTES nicht umsonst sei, und Söhne werden mit ihren Müttern UND Kinder mit ihren Vätern getötet werden. Wenn das Strafgericht des HERRN DER GEISTER über ihnen ruhen wird, wird es ruhen, damit das Strafgericht des HERRN DER GEISTER nicht vergeblich über jene kommen. Danach wird das Gericht nach seiner Barmherzigkeit und Geduld stattfinden. Ich sah, wie in jenen Tagen jenen Engeln lange Schnüre gegeben wurden, und sie nahmen sich Flügel, flogen und wandten sich nach Norden zu. Ich fragte den Engel, indem ich sagte: Warum haben jene lange Schnüre genommen und sind weggegangen? Er sprach zu mir: Sie sind weggegangen, um zu messen. Der Engel, der mit mir ging, sagte zu mir: Diese bringen für die Gerechten die Maße der Gerechten und die Schnüre der Gerechten, damit sie sich für immer und ewig auf den Namen des HERRN DER GEISTER stützen. Die Auserwählten werden anfangen, bei den Auserwählten zu wohnen, und dies sind die Maße, die dem Glauben gegeben werden und das Wort der Gerechtigkeit festigen. Diese Maße werden alle Geheimnisse in der Tiefe der Erde offenbaren und die, welche in der Wüste umgekommen sind, oder von den Fischen des Meeres und von den Tieren verschlungen wurden, damit sie wiederkehren und sich auf den Tag des Auserwählten stützen; denn keiner wird vor dem HERRN DER GEISTER umkommen und keiner wird umkommen können. Alle oben im Himmel befindlichen Kräfte erhielten einen Befehl und eine Stimme und ein Licht, dem Feuer gleich. Sie priesen jenen, den Messias einstimmig, erhoben und lobten ihn mit Weisheit und zeigten sich selbst weise in der Rede und im Geiste des Lebens. Der HERR DER GEISTER setzte den Auserwählten auf den Thron seiner Herrlichkeit, und er wird alle Werke der Heiligen oben in den Himmeln richten und mit der Waage ihre Taten wägen. Wenn er sein Angesicht erheben wird, um ihre verborgenen Wege nach dem Worte des Namens des HERRN DER GEISTER zu richten, dann werden alle mit einer Stimme reden, preisen, erheben und loben den Namen des HERRN DER GEISTER. Er wird rufen das ganze Heer der Himmel, alle Heiligen in der Höhe, das Heer GOTTES, die Cherubim, Seraphim und Ophanim, alle Engel der Gewalt, alle Engel der Herrschaften, die Auserwählten und die anderen Mächte, die auf dem Festlande und über dem Wasser sind. Und Sie werden an jenem Tage mit einer Stimme anheben, preisen, rühmen, loben und erheben im Geiste des Glaubens, der Weisheit, der Geduld, der Barmherzigkeit, des Rechts, des Friedens und der Güte, und alle werden mit einer Stimme sprechen: Preis ihm, und der Name des HERRN DER GEISTER werde bis in alle Ewigkeit gepriesen! Alle, die oben im Himmel nicht schlafen, werden ihn preisen, alle Heiligen, die im Himmel sind, werden ihn preisen, ebenso alle Auserwählten, die in dem Garten des Lebens wohnen, jeder Geist des Lichts, der imstande ist, zu preisen, zu rühmen, zu erheben und zu heiligen deinen gepriesenen Namen, und alles Fleisch, das über die Maßen deinen Namen preisen und rühmen wird in Ewigkeit. Denn groß ist die Barmherzigkeit des HERRN DER GEISTER, und er ist langmütig; alle seine Werke und allen Umfang seiner Werke hat er den Gerechten und Auserwählten geoffenbart im Namen des HERRN DER GEISTER.

Also befahl der HERR den Königen, den Mächtigen, den Hohen und denen, die die Erde bewohnen und sprach: Öffnet eure Augen und erhebt eure Hörner, wenn ihr imstande seid, den Auserwählten zu erkennen. Der HERR DER GEISTER setzte ihn auf den Thron seiner Herrlichkeit. Der Geist der Gerechtigkeit war über ihn ausgegossen; die Rede seines Mundes tötete alle Sünder, und alle Ungerechten wurden vor seinem Angesicht vernichtet. Alle Könige, Mächtige, Hohe und die, welche das Festland besitzen, werden sich an jenem Tage erheben, ihn sehen und erkennen, wie er auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzt, und gerecht wird vor ihm gerichtet, und kein Lügenwort vor ihm gesprochen. Auch da wird Schmerz über sie kommen, wie über ein Weib, das in Wehen ist, und dem das Gebären schwer wird, wenn sein Sohn in den Muttermund tritt, und das Schmerzen beim Gebären hat. Ein Teil von ihnen wird den anderen anflehen; sie werden erschrecken, ihren Blick senken, und Schmerz wird sie ergreifen, wenn sie jenen Mannessohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen sehen werden. Die Könige und die Mächtigen und alle, die die Erde besitzen, werden rühmen, preisen und erheben den, der über Alles herrscht, der verborgen war. Denn der Menschensohn war vorher verborgen, und der Höchste hat ihn vor seiner Macht aufbewahrt und ihn den Auserwählten offenbart. Die Gemeinde der Heiligen und Auserwählten wird gesät werden, und alle Auserwählten werden an jenem Tage vor ihm stehen. Alle Könige und Mächtige, Hohe und die, welche das Festland beherrschen, werden vor ihm auf ihr Angesicht fallen und anbeten, ihre Hoffnung auf jenen Menschensohn setzen, ihn anflehen und Barmherzigkeit von ihm erbitten. Jener HERR DER GEISTER wird sie nun drängen, daß sie sich schleunigst aus seinem Angesicht entfernen; ihre Angesichter werden von Scham erfüllt werden, und Finsternis wird man auf ihr Angesicht häufen. Die Strafengel werden sie in Empfang nehmen, um an ihnen Rache dafür zu nehmen, daß sie seine Kinder und Auserwählten mißhandelt haben. Sie werden für die Gerechten und seine Auserwählten ein Schauspiel abgeben; sie werden sich über sie freuen, weil der Zorn des HERRN DER GEISTER auf ihnen ruht, und sein SCHWERT sich an ihrem Blute berauscht hat. Die Gerechten und Auserwählten werden an jenem Tage gerettet werden und von nun an das Angesicht der Sünder und Ungerechten nicht mehr sehen. Der HERR DER GEISTER wird über ihnen wohnen, und sie werden mit jenem Menschensohn essen , sich niederlegen und erheben bis in alle Ewigkeit. Die Gerechten und Auserwählten werden sich von der Erde erheben und aufhören, ihren Blick zu senken, und werden mit dem Kleide der Herrlichkeit angetan sein. Und dies soll euer Kleid sein, ein Kleid des Lebens bei dem HERRN DER GEISTER: eure Kleider werden nicht veralten und eure Herrlichkeit wird nicht vergehen vor dem HERRN DER GEISTER.

In jenen Tagen werden die Mächtigen und die Könige, die das Festland besitzen, seine Strafengel, denen sie überliefert sind, anflehen, daß man ihnen ein wenig Ruhe gewähre, damit sie niederfallen und anbeten vor dem HERRN DER GEISTER und ihre Sünden vor ihm bekennen. Sie werden preisen und loben den HERRN DER GEISTER und sprechen: Gepriesen sei er, der HERR DER GEISTER, der HERR der Könige, der HERR der Mächtigen, der HERR der Herrscher, der HERR der Herrlichkeit und der HERR der Weisheit, vor dem jedes Geheimnis offenbar ist. Deine Macht ist von Geschlecht zu Geschlecht und deine Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit; tief und unzählig sind alle deine Geheimnisse, und deine Gerechtigkeit ist unberechenbar. Nun haben wir eingesehen, daß wir den HERRN der Könige und den Herrscher über alle Könige rühmen und preisen sollen. Auch werden sie sagen: Wer gönnt uns Ruhe, daß wir rühmen, danken und preisen und unseren Glauben vor seiner Herrlichkeit bekennen? Jetzt wünschen wir uns ein wenig Ruhe, aber erlangen sie nicht; wir werden vertrieben und erreichen sie nicht; das Licht ist vor uns verschwunden und Finsternis unsere Wohnstätte immerdar. Denn wir haben unseren Glauben vor ihm nicht bekannt, den Namen des HERRN DER GEISTER nicht gerühmt und den HERRN wegen all seines Tuns nicht gepriesen. Unser Vertrauen ruhte auf dem Zepter unseres Reichs und wir finden keinen Aufschub, daß wir unseren Glauben bekennen, daß unser HERR in allem seinem Tun, Richten und Rechten wahrhaftig ist, und seine Gerichte die Person nicht ansehen. Wir werden um unserer Werke willen vor seinem Angesicht vergehen, und alle unsere Sünden sind genau gezählt. Jetzt werden sie zu ihnen sagen: Unsere Seele ist von ungerechtem Mammon gesättigt, aber das hindert nicht, daß wir hinabfahren in die Flamme der höllischen Pein. Danach wird sich ihr Angesicht mit Finsternis und Scham vor jenem Menschensohn erfüllen; sie werden aus seinem Angesicht hinweggetrieben werden, und das SCHWERT wird unter ihnen vor seinem Angesicht hausen. Also sprach der HERR DER GEISTER: Dies ist das von dem HERRN DER GEISTER festgesetzte Gericht über die Mächtigen, die Könige, die Hohen und die, welche das Festland besitzen.

Auch sah ich noch andere Gestalten an jenem Platz, im Verborgenen. Ich hörte die Stimme des Engels, indem er sprach: Das sind die Engel, die vom Himmel auf die Erde herabgestiegen sind, das Verborgene den Menschenkindern offenbart und sie verführt haben, Sünde zu begehen.

Das Flutgericht und die Errettung Noahs

In jenen Tagen sah Noah, wie sich die Erde senkte, und ihr Verderben nahe war. Da hob er seine Füße auf von dort, wanderte bis zu den Enden der Erde und schrie zu seinem Großvater Henoch. Dreimal sprach Noah mit trauriger Stimme: Höre mich, höre mich, höre mich! Er sagte zu ihm: Sage mir, was ist denn auf der Erde los, daß sie so müde und erschüttert ist? Daß ich nur nicht selbst mit ihr untergehe! Allsogleich fand ein großes Erdbeben statt; eine Stimme ließ sich vom Himmel her hören, und ich fiel auf mein Angesicht. Da kam mein Großvater Henoch, trat neben mich und sagte zu mir: Warum hast du so traurig und mit weinender Stimme zu mit geschrien? Ein Befehl ist von dem Angesicht des HERRN über die ausgegangen, die das Festland bewohnen, daß dies ihr Ende sein soll, weil sie alle Geheimnisse der Engel und jede Gewalttat der Satane kennen, sowie alle verborgenen Kräfte und alle Kräfte derer, die Zaubereien treiben, und die Kraft der Beschwörungen und die Kraft derer, die für die ganze Erde Gußbilder gießen; endlich auch, wie das Silber aus dem Erdstaube gewonnen wird, und wie das weiche Metall auf der Erde entsteht. Denn Blei und Zinn wird nicht aus der Erde gewonnen wie das erste; eine Quelle ist es, die sie erzeugt, und ein Engel steht in ihr und jener Engel ist vorzüglich. Darauf faßte mich mein Großvater Henoch mit seiner Hand, richtete mich auf und sagte zu mir: Geh, denn ich habe den HERRN DER GEISTER wegen dieses Erdbebens befragt. Er sagte zu mir: Wegen ihrer Ungerechtigkeit ist das Gericht über sie die Sünder endgültig beschlossen, und ich zähle nicht mehr die Monate, die sie erforscht und wodurch sie erfahren haben, daß die Erde mit ihren Bewohnern untergehen werde. Für diese ist keine Umkehr in Ewigkeit möglich, weil sie die Engel, ihnen das Verborgene offenbarten, sondern sie werden gerichtet. Aber was dich betrifft, mein Sohn, so weiß der HERR DER GEISTER, daß du rein und erhaben über diesen Vorwurf in Bezug auf die verratenen Geheimnisse bist. Er hat deinen Namen unter den Heiligen ewige Dauer verliehen; er wird dich unter den Bewohnern des Festlandes bewahren; er hat deine Nachkommen in Gerechtigkeit zu Herrschern und zu großen Herrlichkeiten bestimmt, und aus deinem Samen wird eine Quelle von zahllosen Gerechten und Heiligen immerdar hervorbrechen.

Danach zeigte Henoch mir die Strafengel, die bereit sind, zu kommen und alle Kräfte des unterirdischen Wassers loszulassen, um Gericht und Verderben über alle zu bringen, die auf dem Festlande weilen und wohnen. Der HERR DER GEISTER gab den Engeln, die nun ausgingen, Befehl, ihre Hände nicht zu erheben, sondern abzuwarten; denn jene Engel waren über die Kräfte der Wasser gesetzt. Da ging ich weg aus dem Angesicht Henochs.

In jenen Tagen erging das Wort GOTTES an mich, und er sprach zu mir: Noah, siehe dein Verhalten ist vor mich gekommen, ein tadelloses Verhalten, ein Verhalten der Liebe und Rechtschaffenheit. Und nun werden die Engel ein hölzernes Gebäude zurecht machen, und wenn sie mit jener Arbeit fertig sind, werde ich meine Hand darauf legen und es bewahren. Ein Same des Lebens wird daraus hervorgehen; die Erde wird sich verwandeln, damit sie nicht menschenleer bleibe. Ich werde deinen Nachkommen vor mir ewige Dauer geben und ich habe nicht im Sinn, die bei dir Wohnenden über die Oberfläche der Erde zu zerstreuen; sondern deine Nachkommenschaft wird gesegnet sein und sich mehren über die Erde hin im Namen des HERRN.

Die Bestrafung der gefallenen Engel, ein Exempel für die Könige und Mächtigen der späteren Zeit

Er wird jene Engel, die die Ungerechtigkeit gezeigt haben, in jenem brennenden Tal einschließen, das mir mein Großvater Henoch zuvor gezeigt hatte, im Westen bei den Bergen des Goldes und Silbers, des Eisens, weichen Metalls und Zinns. Ich sah jenes Tal, in dem ein großes Wogen und Schwellen der Gewässer stattfand. Als alles dieses geschah, erzeugte sich aus jenem feurigen flüssigen Metall und der Bewegung, wodurch sie die Gewässer bewegt wurden, an jenem Ort ein Schwefelgeruch und verband sich mit jenen Wassern; jenes Tal der Engel, die die Menschen verführten, brennt unterirdisch weiter. Durch die Täler desselben Landes kommen Feuerströme hervor, da, wo jene Engel gerichtet werden, die die Bewohner des Festlandes verführt haben. Jene Wasser aber werden in jenen Tagen den Königen, Mächtigen, Hohen und denen, die auf dem Festlande wohnen, zur Heilung des Leibes und zur Bestrafung des Geistes dienen, da ihr Geist voll Wollust ist, damit sie an ihrem Leibe gestraft werden. Denn sie haben den HERRN DER GEISTER verleugnet und obwohl sie täglich ihr Gericht sehen, glauben sie nicht an seinen GOTTES Namen. In demselben Verhältnis, als das Brennen ihres Leibes zunimmt, wird eine Veränderung des Geistes in ihnen vorgehen von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn Niemand darf vor dem HERRN DER GEISTER ein eitles Wort sprechen. Denn das Gericht kommt über sie, weil sie an die Wollust ihres Fleische glauben und den Geist des HERRN verleugnen. Jene selben Wasser erfahren in jenen Tagen eine Veränderung. Denn wenn jene Engel in jenen Wassern gestraft werden, ändert sich die Temperatur jener Wasserquellen, und wenn die Engel aufsteigen, wird jenes Wasser der Quellen sich ändern und abkühlen. Ich hörte Michael anheben und sagen: Dieses Gericht, womit die Engel gerichtet werden, ist ein Zeugnis für die Könige, die Mächtigen und die, welche das Festland besitzen. Denn diese Wasser des Gerichts dienen zur Heilung des Leibes der Könige und zur Lust ihres Körpers; aber sie wollen es nicht einsehen und glauben, daß sich jene Wasser verändern und zu einem ewig lodernden Feuer werden können.

Darauf gab mir mein Großvater Henoch in einem Buche die Zeichen aller Geheimnisse, sowie die Bilderreden, die ihm gegeben worden waren, und er stellte sie für mich in den Worten des Buchs der Bilderreden zusammen. An jenem Tag antwortete Michael dem Raphael, indem er sagte: Die Kraft des Geistes reißt mich fort und erregt mich; was aber die Härte des Gerichts wegen der verratenen Geheimnisse, des Gerichts über die Engel, betrifft - wer kann die Härte des Gerichts, das vollzogen wird und bleibt, ertragen, ohne davor zu vergehen? Abermals versetzte und sprach Michael zu Raphael: Wessen Herz würde nicht darüber erweichen, und wessen Nieren nicht beunruhigt werden vor diesem Worte des Gerichts, das über sie ergangen ist, über die, welche sie also hinausgeführt haben? Als er aber vor dem HERRN DER GEISTER stand, sprach Michael also zu Raphael: Ich werde nicht für sie eintreten unter dem Auge des HERRN; denn der HERR DER GEISTER ist über sie ergrimmt, weil sie tun, als ob sie dem HERRN gleich wären. Darum kommt das bisher verborgene Gericht über sie immerdar; denn weder Engel noch Mensch wird seinen Anteil davon erhalten, sondern sie allein werden ihr Gericht von Ewigkeit zu Ewigkeit erhalten.

Nach diesem Gericht werden sie ihnen Schrecken und Angst einjagen, weil sie diese Geheimnisse den Bewohnern des Festlandes gezeigt haben.

Der Fall der Engel und die Geheimnisse, die sie den Menschen verrieten

Siehe da die Namen jener Engel: und dies sind ihre Namen: Der erste von ihnen Semjaja, der zweite Arestigifa, der dritte Armen, der vierte Kakabael, der fünfte Turel, der sechste Rumjal, der siebte Danel, der achte Ruqael, der neunte Baraqel, der zehnte Asasel, der elfte Armers, der zwölfte Batarjal, der dreizehnte Basasael, der vierzehnte Ananel, der fünfzehnte Turjal, der sechzehnte Simapisiel, der siebzehnte Jetarel, der achtzehnte Tumael, der neunzehnte Tarel, der zwanzigste Rumael, der einunzwanzigste Iseseel. Dies sind die Häupter der Engel und die Namen ihrer Anführer über hundert, fünfzig und zehn. Der Name des ersten ist Jequn; das ist der, welcher alle Kinder der Engel verführte, sie auf das Festland herabbrachte und durch die Menschentöchter verführte. Der zweite heißt Asbeel; dieser erteilte den Kindern der Engel böse Ratschläge, daß sie ihre Leiber durch die Menschentöchter verdarben. Der dritte heißt Gadreel; das ist der, der den Menschenkindern allerhand todbringende Schläge zeigte. Auch verführte er die Eva und zeigte den Menschenkindern die Mordinstrumente, den Panzer, den Schild, das Schlachtschwert und überhaupt alle Mordinstrumente. Von seiner Hand haben sich die Waffen zu den Bewohnern des Festlandes ausgebreitet von jener Stunde an bis in Ewigkeit. Der vierte heißt Penemue; dieser hat den Menschenkindern das Unterscheiden von Bitter und Süß gezeigt und ihnen alle Geheimnisse ihrer Weisheit kundgetan. Er hat die Menschen das Schreiben mit Tinte und auf Papier gelehrt, und dadurch haben sich viele seit Ewigkeit bis in Ewigkeit und bis auf diesen Tag versündigt. Denn dazu sind die Menschen nicht geschaffen worden, daß sie in dieser Weise durch Griffel und Tinte ihre Treue bekräftigen. Denn die Menschen sind nicht anders als die Engel geschaffen worden, damit sie gerecht und rein bleiben, und der alles vernichtende Tod hätte sie nicht berührt, aber durch dieses ihr Wissen gehen sie zu Grunde und durch diese Kraft verzehrt er der Tod mich. Der fünfte heißt Kasdeja; dieser hat die Menschenkinder allerlei böse Schläge der Geister und Dämonen gelehrt, die Schläge des Embryo im Mutterleib, damit er abgehe, die Schläge der Seele, den Schlangenbiß, die Schläge, die durch die Mittagshitze entstehen, den Sohn der Schlange, der Tabat heißt. Dies ist die Zahl des Kesbeel, der den Heiligen den Hauptschwur zeigte, als er hoch oben in Herrlichkeit wohnte, und er heißt Beqa.

Dieser, Kesbeel, sagte zu Michael, daß er ihnen den verborgenen Namen zeigen möchte, damit sie jenen verborgenen Namen sehen und ihn bei Eid erwähnen könnten, so daß die, welche den Menschenkindern alles Verborgene zeigten, vor diesem Namen und Eide zurückbeben. Dies ist die Kraft dieses Eid, denn er ist stark und kräftig; GOTT legte diesen Eid Aqae in die Hand Michaels nieder. Dies sind die Geheimnisse dieses Eids: Durch seinen Eid wurde der Himmel befestigt und aufgehängt, bevor die Welt geschaffen wurde und bis in Ewigkeit. Durch ihn wurde die Erde über dem Wasser gegründet, und kommen aus den verborgenen Gegenden der Berge schöne Wasser von der Schöpfung der Welt an und bis in Ewigkeit. Durch jenen Eid wurde das Meer geschaffen, und er legt ihm als Grund für die Zeit seiner Wut den Sand; es darf nicht darüber hinausgehen seit der Schöpfung der Welt und bis in Ewigkeit. Durch jenen Eid sind die Abgründe befestigt und stehen unbeweglich an ihrem Ort von Ewigkeit und bis in Ewigkeit. Durch jenen Eid vollenden Sonne und Mond ihren Lauf und gehen nicht über die ihnen vorgeschriebene Bahn hinaus von Ewigkeit bis in Ewigkeit. Durch jenen Eid vollenden die Sterne ihren Lauf; er ruft sie bei Namen, und sie antworten ihm von Ewigkeit zu Ewigkeit; ebenso die Geister des Wasser, der Winde und aller Lüfte und Wege aller Verbindungen der Geister. In ihm werden die Stimme des Donners und das Licht des Blitzes bewahrt; in ihm werden die Behälter des Hagels und Reifs, die Behälter des Nebels und die Behälter des Regens und Taus bewahrt. Alle Dinge bekennen ihren Glauben und danken vor dem HERRN DER GEISTER und loben mit aller ihrer Kraft. Ihre Speise besteht aus lauten Danken; sie danken, loben und erheben den Namen des HERRN DER GEISTER von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dieser Eid ist mächtig über sie; sie werden durch ihn bewahrt. Auch ihre Wege werden bewahrt, und ihr Lauf wird nicht verdorben.

Große Freude herrschte unter ihnen, und sie segneten, lobten, priesen und erhoben, weil ihnen der Name jenes Menschensohnes geoffenbart wurde. Er der Menschensohn setzte sich auf den Thron seiner Herrlichkeit, und die Summe des Gerichts wurde ihm, dem Menschensohn, übergeben, und er läßt die Sünder und die, welche die Welt verführt haben, von der Oberfläche der Erde verschwinden und vertilgt werden. Mit Ketten werden sie gebunden und an dem Sammelort ihrer Vernichtung eingeschlossen; alle ihre Werke verschwinden von der Erdoberfläche. Von jetzt an aber wird nichts Verderbliches mehr da sein. Denn jener Mannessohn ist erschienen und hat sich auf den Thron seiner Herrlichkeit gesetzt, und alles Böse wird vor seinem Angesicht verschwinden und vergehen; aber das Wort jenes Mannessohnes wird kräftig sein vor dem HERRN DER GEISTER. Dies ist die dritte Bilderrede Henochs.

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