Rebekka verpflichtet Jakob, keine Kanaaniterin zu heiraten, und segnet ihn

Und im 2. Jahr dieser Jahrwoche in diesem Jubiläum rief Rebekka ihren Sohn Jakob und redete zu ihm, indem sie sprach: Mein Sohn, nimm dir kein Weib von den Töchtern Kanaans, wie dein Bruder Esau, der sich 2 Weiber von den Töchtern Kanaans genommen hat; und sie haben meinen Geist erbittert durch all ihr unreines Tun. Denn all ihr Tun ist Hurerei und Ausschweifung, und gar keine Gerechtigkeit ist bei ihnen, sondern böse sind sie. Und ich, mein Sohn, ich liebe dich gar sehr, und mein Herz und meine Liebe segnen dich zu jeder Tageszeit und Nachtwache. Jetzt aber mein Sohn, höre meine Worte und tue den Willen deiner Mutter und nimm dir kein Weib von den Töchtern dieses Landes, sondern nur aus dem Hause meines Vaters und nur aus dem Geschlecht meines Vaters. Nimmst du dir ein Weib aus dem Hause meines Vaters, so wird dich der HÖCHSTE GOTT segnen, und deine Söhne werden ein Geschlecht der Gerechtigkeit und ein heiliger Same sein.

Und darauf redete Jakob mit Rebekka, seiner Mutter, und sprach zu ihr: Siehe, Mutter, ich bin 9 Jahrwochen alt und kenne noch kein Weib; weder habe ich eins angerührt, noch mich verlobt, und denke nicht daran, mir ein Weib von den Töchtern Kanaans zu nehmen. Denn ich gedenke, Mutter, der Rede unseres Vaters Abraham, weil er mir geboten hat, kein Weib von den Töchtern Kanaans zu nehmen; sondern von dem Samen des Hauses meines Vaters werde ich mir ein Weib nehmen und aus meinem Geschlecht. Ich habe von früher gehört, daß deinem Bruder Laban Töchter geboren sind, und auf sie habe ich mein Herz gerichtet, daß ich von ihnen ein Weib nähme. Und deswegen habe ich mich in meinem Geiste gehütet, daß ich nicht sündigte und mich verdürbe auf allen meinen Wegen in allen Tagen meines Lebens; denn über Ausschweifung und Hurerei hat mein Vater Abraham mir viel geboten. Und bei alledem, was er mir geboten hat, streitet mein Bruder diese 22 Jahre mit mir und redet viel mit mir und sagt: Mein Bruder, nimm eine von den Schwestern meiner beiden Weiber zum Weibe! Ich aber will nicht tun, wie er getan hat. Ich schwöre, Mutter, vor dir, daß ich mir alle Tage meines Lebens kein Weib von den Töchtern des Samens Kanaans nehmen will und nicht böse handeln werde, wie mein Bruder getan hat. Fürchte dich nicht, Mutter; und vertraue mir, daß ich deinen Willen tun und recht wandeln und in Ewigkeit meine Wege nicht verderben werde!

Und darauf erhob sie ihr Angesicht zum Himmel und breitete die Finger ihrer Hände aus und tat ihren Mund auf und pries den Höchsten GOTT, der Himmel und Erde geschaffen hat, und erstattete ihm Dank und Preis. Und sie sprach: Gepriesen sei GOTT, der HERR, und gepriesen sei sein heiliger Name in alle Ewigkeit, der mir Jakob gegeben hat, einen reinen Sohn und einen heiligen Samen! Denn dein ist er, und dir gehöre sein Same bis in alle Tage und in allen Geschlechtern bis in Ewigkeit. Segne ihn, oh HERR, und lege in meinen Mund wahrhaftigen Segen, daß ich ihn segne! Und zur selbigen Zeit, nachdem der Geist der Wahrheit in ihren Mund herabgekommen war, legte sie ihre beiden Hände auf das Haupt Jakobs und sprach: Gepriesen seist du, HERR der Wahrheit und GOTT der Ewigkeiten. Dich aber segne er vor allen Menschengeschlechtern. Er gebe dir, mein Sohn, den rechten Weg und deinem Samen eröffne er die Wahrheit. Und er mache deine Kinder viel in deinem Leben, und sie mögen zahlreich und groß sein; mehr als die Sterne des Himmels und als der Sand des Meeres sei ihre Zahl. Und er gebe ihnen dieses schöne Land, wie er gesagt hat, er wolle es dem Abraham geben und seinem Samen nach ihm in allen Tagen, und sie sollten es besitzen als ewigen Besitz. Und möge ich von dir, mein Sohn, gesegnete Kinder bei meinen Lebzeiten sehen, und ein gesegneter und heiliger Same sei all dein Same. Und wie du den Geist deiner Mutter in ihrem Leben von Mutterleibe an erquickt hast, so segnet dich meine Liebe, und meine Brüste segnen dich, und mein Mund und meine Zunge preist dich sehr. Und wachse und breite dich aus auf der Erde, und dein Same sei vollkommen in alle Ewigkeit in Freude des Himmels und der Erde; und dein Same freue sich und am Tage des großen Friedens habe er Frieden. Dein Name und dein Same bestehe bis in alle Ewigkeiten, und der HÖCHSTE GOTT sei ihnen GOTT und der wahrhaftige GOTT wohne bei ihnen, und unter ihnen werde sein Heiligtum gebaut in alle Ewigkeiten. Wer dich segnet, sei gesegnet, und alles Fleisch, das dir flucht in Lüge, sei verflucht! Und sie küßte ihn und sprach zu ihm: Der HERR der Welt liebe dich, wie das Herz und die Liebe deiner Mutter sich in dir freut und dich segnet! Und sie hörte auf zu segnen.

Jakob erschleicht den Erstgeburtssegen

Und im 7. Jahre dieser Jahrwoche rief Isaak den Esau, seinen ältesten Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn, ich bin alt geworden, und siehe, meine Augen sind stumpf geworden zu sehen, und ich weiß nicht den Tag meines Todes. Jetzt aber nimm dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen, und geh hinaus aufs Feld und jage mir und fange mit etwas, mein Sohn, und bereite mir ein Essen, wie es meine Seele liebt, und bringe es mir, damit ich esse und ich dich segne, ehe ich sterbe!

Aber Rebekka hörte, wie Isaak zu Esau redete. Und Esau ging frühmorgens aufs Feld, um zu jagen und etwas zu fangen und seinem Vater zu bringen. Und Rebekka rief ihren Sohn Jakob und sprach zu ihm: Siehe, ich habe deinen Vater Isaak gehört, wie er mit deinem Bruder Esau redete, indem er sprach: Jage für mich und breite mir ein Essen und bringe es mir, ich will es essen und dich segnen vor GOTT, ehe ich sterbe. Darum aber höre jetzt, mein Sohn, auf mein Wort, das ich dir gebieten werde. Geh zu deiner Herde und hole mir 2 schöne Ziegenböckchen, und ich will sie für deinen Vater zu einem Essen bereiten, wie er es liebt, und du sollst es deinem Vater bringen, und er soll es essen und dich vor GOTT segnen, ehe er stirbt, und du sollst gesegnet sein!

Und Jakob sprach zu seiner Mutter Rebekka. Mutter, ich werde nicht sparen in allem, was mein Vater ißt, und was ihm gefällt; nur fürchte ich, meine Mutter, daß er meine Stimme nicht kennt und daß er mich wird betasten wollen. Du weißt doch, daß ich glatt bin, und mein Bruder Esau behaart ist, und ich würde vor seinen Augen wie ein Übeltäter erscheinen und würde etwas tun, was er mir nicht geboten hat, und er würde zürnen, und ich würde über mich Fluch bringen und nicht Segen.

Und Rebekka, seine Mutter, sprach zu ihm: Über mich komme der Fluch, mein Sohn; höre nur auf mein Wort! Und Jakob hörte auf das Wort seiner Mutter Rebekka und ging und nahm 2 schöne und fette Ziegenböckchen und brachte sie zu seiner Mutter, und seine Mutter bereitete sie zu einem Essen, wie er es liebte. Und Rebekka nahm die Kleider ihres ältesten Sohnes Esau, die besten, die bei ihr im Hause waren, und bekleidete damit ihren jüngeren Sohn Jakob, und die Felle der Ziegenböckchen legte sie auf seine Hände und auf seinen nackten Hals. Und sie gab ihm das Gericht und Brot, das sie bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes Jakob.

Und Jakob kam zu seinem Vater und sprach: Ich bin dein Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Setze dich auf und iß von dem, was ich gefangen habe, Vater, daß mich deine Seele segne!

Und Isaak sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so rasch etwas gefunden, mein Sohn? Und Jakob sprach: Weil dein GOTT vor mir mich finden ließ! Und Isaak sprach: Komm heran, damit ich dich betaste, mein Sohn, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht bist. Und Jakob kam heran zu seinem Vater Isaak, und er betastete ihn und sagte: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. Und er erkannte ihn nicht, weil es eine Schickung vom Himmel war, ihn nicht zu erkennen. Und Isaak erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren wie die Hände Esaus behaart, so daß er ihn segnete. Und er sprach: Bist du mein Sohn Esau? Und er sprach: Ich bin dein Sohn! Und er sprach: Bringe es mir her, damit ich esse von dem, was du gefangen hast, mein Sohn, damit dich meine Seele segne! Und er brachte es ihm, und er aß, und er brachte ihm Wein, und er trank.

Und sein Vater Isaak sprach zu ihm: Tritt herzu und küsse mich, mein Sohn! Und er trat herzu und küßte ihn. Und er roch den Geruch des Duftes seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der Duft meines Sohnes ist wie der Duft des Feldes, das GOTT gesegnet hat. Und GOTT gebe dir, und er gebe viel von dem Tau des Himmels und von dem Tau der Erde, und Überfluß an Korn und Öl gebe er dir reichlich; es sollen Völker dir untertan werden und Nationen sich vor dir beugen. Sei ein Herr über deine Brüder, und vor dir sollen sich beugen die Söhne deiner Mutter. Und alle Segnungen, mit denen GOTT mich gesegnet und meinen Vater Abraham gesegnet hat, mögen dir und deinem Samen bis in Ewigkeit zu teil werden; wer dir flucht, sei verflucht, und wer dich segnet, sei gesegnet!

Und es geschah, nachdem Isaak von seinem Vater fortgegangen war, da verbarg er sich, aber sein Bruder Esau kam von seiner Jagd. Und auch er bereitete ein Essen und brachte es seinem Vater und sprach zu seinem Vater: Mein Vater erhebe sich und esse von meiner Beute, damit mich deine Seele segne! Und sein Vater Isaak sprach zu ihm: Wer bist du? Und er sprach zu ihm: Ich bin dein Erstgeborener, dein Sohn Esau; ich habe getan, wie du mir geboten hast. Und Isaak erstaunte über alle Maßen und sprach: Wer ist dieser, der gejagt und gefangen und mir gebracht hat? Und ich habe gegessen von allem, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet: gesegnet soll er sein und all sein Same bis in Ewigkeit!

Und es geschah, als Esau die Rede seines Vaters Isaak gehört hatte, da schrie er mit sehr lauter und kläglicher Stimme und sprach zu seinem Vater: Segne auch mich, Vater! Und er sprach zu ihm: Dein Bruder ist mit List gekommen und hat deine Segnungen weggenommen! Und er sprach: Jetzt weiß ich, weshalb sein Name Jakob genannt ist. Siehe, er hat mich zum zweiten Male betrogen: mein Ersgeburtsrecht hat er genommen, jetzt hat er auch meinen Segen genommen! Und er sprach: Hast du keinen Segen mehr für mich übrig, Vater? Und Isaak antwortete und sprach zu Esau: Siehe, zum Herrn habe ich ihn für dich gesetzt und alle seine Brüder habe ich ihm gegeben, daß sie ihm Knechte seien, und Überfluß an Korn und Wein und Öl habe ich ihm bestimmt, und für dich, was kann ich da jetzt noch tun, mein Sohn? Und Esau sprach zu seinem Vater Isaak: Besitzest du denn nur einen einzigen Segen, oh Vater? Segne auch mich, Vater! Und Esau erhob seine Stimme und weinte.

Und Isaaks antwortete und sprach zu ihm: Siehe, fern vom Tau der Erde soll dein Wohnen sein und fern vom Tau des Himmels droben. Und von deinem Schwerte sollst du leben und deinem Bruder untertan sein. Und es wird geschehen, wenn du dich weigerst und sein Joch von deinem Halse abschüttelst, dann wirst du eine völlige Todsünde begehen, und dein Same wird hinweggetilgt werden unter dem Himmel!

Und Esau bedrohte Jakob wegen des Segens, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte, und er sprach in seinem Herzen: Jetzt mögen die Tage der Trauer um meinen Vater kommen, und dann will ich meinen Bruder Jakob töten!

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