Letzte Reden und Tod Rebekkas

Und im 1. Jahre der 1. Jahrwoche des 45. Jubiläums (2.157 Jahre) rief Rebekka ihren Sohn Jakob und gebot ihm in betreffs seines Vaters und in betreff seines Bruders, daß er sie alle Tage des Lebens Jakobs ehren solle.

Und Jakob sprach: Ich werde alles tun, wie du mir befohlen; denn Ehre und Größe ist das für mich und Gerechtigkeit mir vor GOTT, daß ich sie ehre. Du aber, Mutter, kennst von dem Tage an, da ich geboren bin, bis auf diesen Tag all mein Tun und alles, was in meinem Herzen ist, wie ich alle Tage gegen alle Gutes denke. Und wie sollte ich dies nicht tun, was du mir geboten hast, daß ich meinem Vater und meinen Bruder ehren sollte? Sage mir, oh Mutter, welche Verkehrtheit du an mir gesehen hast, und ich werde davon ablassen, und mir wird Güte zu teil werden!

Und sie sprach zu ihm: Mein Sohn, in allen meinen Tagen habe ich an dir gar kein verkehrtes Werk gesehen, sondern nur Rechtes. Aber ich werde dir die Wahrheit sagen, mein Sohn. Ich werde in diesem Jahre sterben und dieses Jahr nicht überleben. Denn ich habe im Traum den Tag meines Todes gesehen, daß ich nicht länger als 155 Jahre leben werde. Und siehe, ich habe alle Tage meines Lebens vollendet, die ich zu leben hatte.

Und Jakob lachte über die Rede seiner Mutter, daß seine Mutter zu ihm sagte, sie werde sterben, während sie doch in ihrer Kraft vor ihm saß, ohne daß sie an ihrer Kraft schwach geworden war. Denn sie ging ein und aus und sah, und auch ihre Zähne waren fest, und gar keine Krankheit hatte sie berührt alle Tage ihres Lebens. Und Jakob sprach zu ihr: Glücklich bin ich, oh Mutter, wenn meine Tage den Tagen deines Lebens nahe gekommen sind, und meine Kraft dann noch ebenso in mir ist, wie jetzt deine Kraft. Du wirst nicht sterben, sondern vergeblich redest du eitles Geschwätz mit mir über deinen Tod.

Und sie ging hinein zu Isaak und sagte zu ihm: Eine Bitte erbitte ich von dir. Laß Esau schwören, daß er Jakob nichts Böses tun und ihn nicht in Haß vertreiben wolle. Denn du kennst Esaus Sinn, daß er rauh ist von seiner Jugend an; und in ihm ist keine Tugend, sondern er will nach deinem Tode töten! Und du weißt alles, was er von dem Tage an, da sein Bruder Jakob nach Haran ging, bis auf diesen Tag getan hat; wie er uns mit seinem ganzen Herzen verlassen und Böses an uns getan hat: deine Herden hat er an sich gezogen und all deinen Besitz hat er geraubt vor deinem Antlitz. Und als wir ihn baten und flehten um das, was unser war, tat er wie ein Mann, der Barmherzigkeit an uns übte. Und er wurde erbittert über dich deswegen, weil du deinen Sohn Jakob, den vollkommenen und rechtschaffenen, gesegnet hast, weil an ihm nichts Schlechtes war, sondern nur Tugend. Und seitdem er von Haran gekommen ist, bis auf diesen Tag hat er uns an nichts fehlen lassen, sondern bringt uns je nach seiner Zeit an jedem Tag und freut sich mit seinem ganzen Herzen, wenn wir es aus seiner Hand annehmen, und segnet uns und hat sich nicht von uns getrennt, seit er von Haran gekommen ist, bis auf diesen Tag und bleibt immer bei uns im Hause, indem er uns ehrt.

Und Isaak sprach zu ihr: Auch ich weiß und sehe, was Jakob an uns tut, wie er uns mit seinem ganzen Herzen ehrt; aber ich liebte Esau früher mehr als Jakob, weil er zuerst geboren war. Jetzt jedoch liebe ich Jakob mehr als Esau, denn der hat viel böses Werk getan, und es ist keine Gerechtigkeit an ihm, sondern alle seine Wege sind Ungerechtigkeit und Gewalttat, und keine Gerechtigkeit ist um ihn. Jetzt aber ist mein Herz in Aufregung wegen all seiner Taten, und er und sein Same ist nicht zu retten, sondern sie sind solche, die untergehen werden von der Erde und die hinweggetilgt werden unter dem Himmel. Denn den GOTT Abrahams hat er verlassen und ist hinter seinen Weibern und hinter ihrer Unreinheit und hinter ihrer Verirrung hergegangen, er und seine Kinder. Du aber sagst, ich solle ihn schwören lassen, daß er seinen Bruder Jakob nicht töte; wenn er nun auch schwört, so wird er seinen Schwur nicht halten und wird keine Tugend üben, sondern Bosheit. Aber wenn er seinen Bruder Jakob töten will, so wird er in die Hand Jakobs gegeben werden und wird aus seiner Hand nicht entkommen, sondern wird in seine Hand fallen. Du aber fürchte dich nicht in betreffs Jakobs; denn der Hüter Jakobs ist größer, mächtiger, geehrter und gepriesener als der Hüter Esaus!

Und Rebekka schickte hin und rief Esau, und er kam zu ihr. Und sie sprach zu ihm: Ich habe eine Bitte, mein Sohn, um die ich dich bitte, und versprich mir, daß du sie erfüllen willst, mein Sohn. Und er sprach: Ich werde alles tun, was du mir sagst, und werde dir deine Bitte nicht abschlagen. Und sie sprach zu ihm: Ich bitte dich, daß du mich an dem Tage, da ich sterbe, fortbringst und nahe bei Sara, der Mutter deines Vaters, begräbst, und daß ihr euch untereinander liebt, du und Jakob, und keiner gegen seinen Bruder nach Bösem trachte, sondern nur nach gegenseitiger Liebe, so werdet ihr Glück haben, meine Söhne, und geehrt sein mitten auf der Erde, und kein Feind wird sich über euch freuen, und ihr werdet zum Segen und zur Barmherzigkeit sein vor den Augen aller, die euch lieben.

Und er sprach: Ich werde alles tun, was du mir gesagt hast, und werde dich am Tage deines Todes nahe bei Sara, der Mutter meines Vaters, begraben, wie du es wünscht, daß ihre Gebeine deinen Gebeinen nahe seien. Und auch meinen Bruder Jakob werde ich mehr lieben als alles Fleisch; und ich habe ja keinen Bruder auf der ganzen Erde außer allein diesen. Und das ist für mich nichts Großes, wenn ich ihn lieb habe. Denn er ist mein Bruder, und zusammen sind wir gesäet in deinem Leib und zusammen sind wir aus deinem Schoße gekommen, und wenn ich meinen Bruder nicht liebe, wen soll ich dann lieben? Und gerade ich bitte dich, daß du Jakob mahnest in betreff meiner und in betreff meiner Kinder; denn ich weiß, daß er über mich und meine Kinder sicherlich herrschen wird, weil an dem Tage, da mein Vater ihn segnete, er ihn hoch und mich niedrig gemacht hat. Und ich schwöre dir, daß ich ihn lieben und nie nach Bösem wider ihn trachten werde alle Tage meines Lebens, sonder nur nach Gutem. Und er beschwor ihr alle diese Worte.

Und sie rief Jakob vor die Augen Esaus und gebot ihm gemäß den Worten, die sie mit Esau geredet hatte. Und er sprach: Ich werde tun, was dir gefällt; vertraue mir, daß Böses von mir und meinen Kindern nicht ausgehen wird gegen Esau, und daß ich in nichts vorangehen werde, außer nur in gegenseitiger Liebe.

Und sie aßen und tranken, sie und ihre Kinder in dieser Nacht, und sie starb, 3 Jubiläen und eine Jahrwoche und 1 Jahr alt, in dieser Nacht, und ihre beiden Söhne Esau und Jakob begruben sie in der Doppelhöhle nahe bei Sara, der Mutter ihres Vaters.

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