Esau und seine Söhne ziehen in den Kampf gegen Jakob

Und an dem Tag, an dem Isaak, der Vater Jakobs und Esaus, starb, hörten die Söhne Esaus, daß Isaak dem Jakob, seinem jüngeren Sohn, das Ersgeburtsrecht gegeben habe, und sie wurden zornig. Und sie stritten mit ihrem Vater, indem sie sprachen: Warum hat dein Vater, während du doch der Ältere bist, und während Jakob jünger ist, dem Jakob das Erstgeburtsrecht gegeben und dich übergangen? Und er sprach zu ihnen: Weil ich selbst dem Jakob mein Erstgeburtsrecht um ein geringes Linsengericht verkauft habe. Und an dem Tag, an dem mich mein Vater ausschickte, zu jagen und etwas zu fangen und ihm zu bringen, damit er esse und mich segne, da kam er listiger Weise und brachte meinem Vater Speise und Trank, und mein Vater segnete ihn und mich tat er unter seine Hand. Jetzt aber hat uns unser Vater schwören lassen, mich und ihn, daß wir untereinander nicht nach Bösen trachten sollen, einer wider den anderen, und daß wir in gegenseitiger Liebe und in Frieden seien, einer mit dem anderen, und unsere Wege nicht verderben sollen.

Und sie sprachen zu ihm: Wir werden nicht auf dich hören, Frieden mit ihm zu halten; denn unsere Macht ist stärker als seine Macht, und wir sind stärker als er. Wir werden gegen ihn ziehen und ihn töten und ihn vernichten, ihn und seine Söhne. Und wenn du nicht mit uns ziehst, werden wir auch dir Übles antun. Jetzt höre auf uns; und wir wollen nach Aram schicken und zu den Philistern und nach Moab und nach Ammon und wollen uns auserlesene Leute erwählen, die mutig im Kampfe sind, und wollen gegen ihn ziehen und mit ihm streiten und ihn aus dem Lande hinwegtilgen, ehe er Macht gewinnt. Und ihr Vater sprach zu ihnen: Zieht nicht aus und führt nicht Krieg mit ihm, damit ihr nicht vor ihm fallt. Und sie sprachen zu ihm: Das ist ja gerade dein Tun von deiner Jugend an bis auf diesen Tag, und du bringst deinen Nacken unter sein Joch; wir aber werden nicht auf diese Rede hören!

Und sie schickten nach Aram und zu Aduram, zu dem Freunde ihres Vaters, und warben bei ihnen 1.000 streitbare Leute, kampftüchtige und auserlesene, an. Und es kamen zu ihnen aus Moab und von den Kindern Ammon, die angeworben waren, 1.000 Auserlesene und von den Philistern 1.000 auserlesene Kämpen und aus Edom und von den Chaldäern 1.000 auserlesene Streiter und von den Hethitern starke, kampftüchtige Mannen.

Und sie sprachen zu ihrem Vater: Ziehe aus mit ihnen und führe sie; so nicht, so werden wir dich töten! Und er ward voller Zorn und Grimm, als er sah, wie ihn seine Söhne mit Gewalt zwingen wollten, daß er voranziehe, sie gegen seinen Bruder Jakob zu führen. Und darauf gedachte er all des Bösen, das in seinem Herzen gegen seinen Bruder Jakob verborgen war, und gedachte nicht mehr des Schwurs, den er seinem Vater und seiner Mutter geschworen hatte, nämlich daß er alle seine Tage nach keinerlei Bosheit wider seinen Bruder Jakob trachten wolle. Und bei alledem wußte Jakob nicht, daß sie wider ihn zum Streite kamen, sondern er betrauerte sein Weib Lea, bis sie mit 4.000 kampftüchtigen Leuten und auserlesenen Streitern ganz nahe an den Turm herangekommen waren.

Und die Leute von Hebron schickten zu ihm, indem sie sagten: Siehe, dein Bruder ist gegen dich herangekommen, dich zu bekämpfen, mit 4.000 Mann, die mit Schwertern gegürtet sind und Schilde und Waffen tragen. Weil sie Jakob mehr liebten als Esau, sagten sie es ihm; denn Jakob war ein milderer und barmherziger Mann als Esau. Aber Jakob glaubte es nicht, bis sie ganz in die Nähe des Turmes gerückt waren. Und er verschloß die Tore des Turmes und trat auf die Zinne und redete mit seinem Bruder Esau und sprach: Ein schöner Trost, mit dem du gekommen bist, mich zu trösten über mein Weib, das gestorben ist! Ist das der Schwur, den du deinem Vater und deiner Mutter zweimal geschworen hast, ehe sie starben? Du hast den Schwur gebrochen und in der Stunde, da du deinem Vater geschworen hast, bist du gerichtet! Und zur selben Zeit hob Esau an und sprach zu ihm: Nicht schwören die Menschenkinder und die Tiere des Feldes einen Schwur, den sie geschworen haben, bis in alle Ewigkeit; sondern an jedem Tage trachten sie einer gegen den anderen nach Bösem und danach, wie ein jeder seinen Hasser und seinen Widersacher töte! Und auch du hassest mich und meine Söhne in Ewigkeit, und mit dir ist keine Bruderliebe zu halten. Höre dieses mein Wort, das ich zu dir rede: Wenn das Schwein seine Haut ändert und auch seine Borsten zart macht wie Wolle, und wenn es auf seinem Kopfe Hörner sprossen läßt wie die Hörner des Hirsches und der Schafe, dann werde ich mit dir Bruderliebe halten; die Brüste sind getrennt von ihrer Mutter, denn du bist mir nicht Bruder gewesen. Und wenn die Wölfe Frieden machen mit den Lämmern, daß sie nicht fressen und daß sie ihnen kein Leid antun, und wenn ihre Herzen in ihnen nur darauf gerichtet sind, einander Gutes zu tun, dann wird in meinem Herzen gegen dich Friede sein. Und wenn der Löwe der Freund des Stieres wird und wenn er sich mit ihm an ein Joch spannen läßt und mit ihm pflügt und Frieden mit ihm macht, dann werde ich mit dir Frieden machen. Und wenn Raben weiß werden wie der Rasa, dann wisse, daß ich dich wieder liebgewonnen habe und mit dir Frieden machen werde. Du sollst hinweggetilgt werden, und deine Söhne sollen hinweggetilgt werden, und du sollst keinen Frieden haben!

Und als Jakob sah, daß er ihm von seinem Herzen übel wollte und von seiner ganzen Seele, ihn zu töten, und daß er gekommen war, springend wie ein Wild, das in die Lanze fährt, die es durchbohrt und es tötet, und nicht vor ihr flieht, da sagte er zu den Seinen und zu seinen Knechten, daß sie ihn und alle seine Genossen angreifen sollten.

Der Kampf zwischen Esau und Jakob am Turm zu Hebron

Und darauf redete Juda mit seinem Vater Jakob und sprach zu ihm: Spanne, Vater, deinen Bogen und entsende deine Pfeile und durchbohre den Feind und töte den Widersacher, und mögest du die Kraft dazu haben; denn wir werden deinen Bruder nicht töten...Alsbald spannte Jakob seinen Bogen und entsandte einen Pfeil und durchbohrte seinen Bruder Esau an seiner rechten Brustwarze und streckte ihn nieder. Und wiederum entsandte er einen Pfeil und traf den Aramäer Adoran an seiner linken Brustwarze und vertrieb ihn und tötete ihn.

Und danach zogen die Söhne Jakobs aus, sie und ihre Knechte, indem sie sich auf die 4 Seiten des Turms verteilten. Und Juda zog zuvörderst aus und Naphtali und Gad mit ihm und 50 Knappen mit ihm auf der Südseite des Turmes, und sie töteten jeden, den sie vor sich trafen, und keiner entkam ihnen, auch nicht einer. Und Levi und Dan und Aser zogen aus auf der Ostseite des Turmes und 50 Mann mit ihnen, und sie töteten die Kämpfer von Moab und Ammon. Und Ruben und Issachar und Sebulon zogen aus auf der Nordseite des Turmes und 50 Mann mit ihnen, und sie töteten die Streiter der Philister. Und Simeon und Benjamin und Henoch, der Sohn Rubens, zogen aus auf der Westseite des Turmes und 50 Mann mit ihnen, und sie töteten von Edom und den Choräern 400 starke und kampftüchtige Männer. Und 600 Mann flohen, und die 4 Söhne Esaus flohen mit ihnen und ließen ihren Vater tot liegen, wie er gefallen war, auf dem Hügel, der in Aduram ist.

Und die Söhne jagten hinter ihnen her bis zum Gebirge Seir. Jakob aber begrub seinen Bruder auf dem Hügel, der in Aduram ist, und kehrte nach Hause zurück. Und die Söhne Jakobs bedrängten die Kinder Esaus auf dem Gebirge Seir und beugten ihren Hals, daß sie den Söhnen Jakobs Knechte würden. Und sie schickten zu ihrem Vater, ob sie Frieden mit ihnen machen oder sie töten sollten. Und Jakob schickte zu seinen Söhnen, sie sollten Frieden machen. Und sie machten Frieden mit ihnen und legten ihnen das Joch der Knechtschaft auf, daß sie Jakob und seinen Söhnen alle Tage Tribut zahlen sollten. Und sie zahlten Jakob dauernd Tribut bis auf den Tag, da Jakob nach Ägypten hinabzog. Und die Söhne Edoms sind nicht abgefallen von dem Joche der Knechtschaft, das ihnen die 12 Söhne Jakobs auferlegt haben, bis auf diesen Tag.

Die Könige Edoms

Und dies sind die Könige, die in Edom herrschten, bevor ein König über die Kinder Israel herrschte, bis auf diesen Tag, im Land Edom:

Und es herrschte in Edom Balak, der Sohn Beor, und der Name seiner Hauptstadt war Dinhaba. Und es starb Balak, und es wurde König an seiner Statt Jakob, der Sohn des Serah von Bosra. Und es starb Jakob, und es wurde König an seiner Statt Husam vom Gebirge Theman. Und es starb Husam, und es wurde König an seiner Statt Hadad, der Sohn des Barad, der auf dem Gefilde von Moab die Midianiter schlug; und der Name seiner Hauptstadt war Awith. Und es starb Hadad, und es wurde König an seiner Statt Salman von Masreka. Und es starb Salman, und es wurde König an seiner Statt Saul von Rhoboth am Fluß. Und es starb Saul, und es wurde König an seiner Statt Baal-hanan, der Sohn des Achbor. Und es starb Baal-hanan, der Sohn des Achbor, und es wurde König an seiner Statt Adat, und der Name seines Weibes war Mehetabeel, die Tochter der Matred, der Tochter Mesahabs. Dies sind die Könige, die im Land Edom geherrscht haben.

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