Kapitel 34:

Über die Sinnlosigkeit von Träumen

Leere, trügerische Hoffnungen sind etwas für Leute ohne Verstand, nur sie lassen sich von Träumen aufregen. Wer auf Träume achtet, ist wie einer, der Schatten fangen will oder dem Wind nachjagt. Was man im Traum sieht, ist nur eine Spiegelung, so unwirklich wie das Spiegelbild eines Gesichtes, verglichen mit dem Gesicht selbst. Etwas Unreines kann nichts Reines hervorbringen; ebensowenig kann der Schein die Wirklichkeit hervorbringen. Wahrsagereien, Zeichendeutungen und Träume sind alle gleich sinnlos, genauso wie die Phantasien einer Gebärenden. Darum schenke einem Traum keine Beachtung, es sei denn, GOTT, der Höchste, hätte ihn dir zur Warnung geschickt. Träume haben schon viele in die Irre geführt; sie haben sich Hoffnungen gemacht und sind enttäuscht worden. Das Gesetz geht ohne solchen Betrug in Erfüllung, und die Weisheit erweist ihre Vollkommenheit durch den Mund vertrauenswürdiger Menschen.

Über die Nützlichkeit des Reisens

Wer viel herumgekommen ist , hat viel gelernt; er hat reiche Erfahrungen gesammelt und redet von Dingen, die er kennt. Wer keine Erfahrungen gemacht hat, kann nicht viel wissen; wer aber viel herumkommt, erwirbt sich große Gewandtheit. Bei meinen eigenen Reisen habe ich viel gesehen und mehr gelernt, als ich mit Worten ausdrücken kann. Oft genug bin ich in Lebensgefahr gewesen, aber meine Erfahrungen haben mir jedesmal herausgeholfen.

Den HERRN ernst nehmen

Alle, die den HERRN ernst nehmen, werden am Leben bleiben; denn sie setzen ihre Hoffnung auf den, der sie retten kann. Wer Ehrfurcht vor dem HERRN hat, hat nichts anderes zu fürchten. Er verliert nie den Mut, denn der HERR ist seine Hoffnung. Wie glücklich ist jeder, der den HERRN ernst nimmt! Er weiß, wem er vertraut und wer ihm zur Seite steht. Der HERR blickt freundlich auf alle, die ihn lieben. Er ist ihr Beschützer und starker Helfer, ihre Zuflucht bei glühendem Wind, ihr Schatten bei sengender Mittagshitze. Er bewahrt sie davor, zu straucheln und zu stürzen. Er füllt ihr Herz mit Freude und läßt ihre Augen strahlen. Er beschenkt sie mit seinem Segen, mit Gesundheit und Leben.

Über Opfergaben und Gebete

Wer als Brandopfer ein Tier darbringt, das er sich durch Unrecht angeeignet hat, der bringt ein fehlerhaftes Opfer. Gaben von solchen, die das Gesetz übertreten, nimmt der HERR nicht an. GOTT, der Höchste, hat keine Freude an Opfern von Menschen, die ihn mißachten. Wenn er Schuld vergibt, dann liegt es nie an der Zahl der Opfer. Wer einem Armen ein Tier wegnimmt, um es als Opfer darzubringen, handelt wie einer, der einen Sohn in Gegenwart seines Vaters tötet. Das Leben der Armen hängt an ihrer dürftigen Nahrung; wer sie ihnen nimmt, ist ein Mörder. Wer seinem Mitmenschen wegnimmt, wovon er lebt, der bringt ihn um. Auch der ist ein Mörder, der einem Arbeiter nicht den verdienten Lohn auszahlt.

Wenn einer baut und ein anderer niederreißt, dann haben beide viel Mühe gehabt; sonst ist nichts dabei herausgekommen. Wenn einer segnet und ein anderer verflucht, auf welchen von ihnen soll der HERR dann hören? Wenn jemand durch die Berührung eines Toten unrein geworden ist und sich durch ein Bad gereinigt hat, darauf aber den Toten wieder berührt, welchen Wert hat dann sein Bad? So ist es auch mit dem, der wegen seiner Verfehlungen fastet und anschließend dasselbe Unrecht wieder begeht. Was bringt ihm seine Demutsübung ein? Wer soll eigentlich auf sein Gebet hören?

Kapitel 35:

Das Gesetz befolgen ist ebensoviel wert wie viele Opfergaben. Wer sich nach den Geboten richtet, bringt damit ein Mahlopfer dar. Eine Wohltat erweisen ist wie ein Speiseopfer, und den Armen helfen ist wie ein Dankopfer. Wer sich von allem Bösen fernhält, macht dem HERRN Freude; und wer Unrecht meidet, bringt ihm damit ein Sühneopfer dar. Komm trotzdem nicht mit leeren Händen in den Tempel des HERRN; denn alle diese Opfer hat er angeordnet. Wenn einer, der dem HERRN gehorcht, sein Opfer darbringt und das Fett auf dem Altar verbrannt wird, steigt der Wohlgeruch hinauf zu GOTT, dem Höchsten. Der HERR wird sein Opfer annehmen und den Teil, der für ihn verbrannt wird, nicht übersehen. Ehre den HERRN durch großzügige Opfergaben; sei nicht kleinlich mit dem Besten vom Ertrag deiner Arbeit! Bringe ihm alle deine Gaben mit einem fröhlichen Gesicht; und wenn du für ihn den Zehnten entrichtest, tu es mit Freude! Gib GOTT, dem Höchsten, so wie er dir gegeben hat; tu es freigebig und nach Vermögen! Der HERR wird es dir vergelten, siebenfach wird er es dir zurückgeben.

GOTT sorgt für das Recht

Versuche nicht, den HERRN mit Opfergaben zu bestechen, er nimmt sie nicht an! Verlaß dich nicht auf Opfer, die du durch Unrecht erworben hast; denn der HERR sorgt für das Recht. Vor ihm sind alle gleich. Er ist nicht voreingenommen gegen den Armen, und wenn jemand Unrecht geschehen ist, hört er auf sein Gebet. Niemals überhört er den Hilferuf der Waisen oder die Klage einer Witwe. Er sieht die Tränen, die über ihre Wangen laufen, und hört ihren Schrei, ihre Anklage gegen den, der die Tränen verursacht hat.

Wer dem HERRN so dient, wie es vor ihm recht ist, der wird angenommen, und seine Bitten erreichen den Himmel. Das Gebet dessen, der sich selbst geringachtet, durchdringt die Wolken. Er gibt sich erst zufrieden, wenn er sein Ziel erreicht hat. Er läßt nicht nach, bis GOTT, der Höchste, eingreift und seinem Volk Recht verschafft.

Der HERR läßt nicht auf sich warten. Er hat nicht lange Geduld mit den Verbrechern, den Grausamen wird er die Knochen zerschmettern. Er wird den fremden Völkern ihr Tun vergelten; alle Vermessenen wird er ausrotten und die Macht seiner Feinde zerbrechen. Jedem Menschen wird er geben, was er aufgrund seiner Taten und Absichten verdient. Er wird sein Erbarmen zur Freude führen. In Zeiten der Not sehnt man sich nach seinem Erbarmen wie nach einer Regenwolke in einem dürren Sommer.

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