Kapitel 36:

Gebet um Hilfe für Israel

Hab Erbarmen mit uns, du HERR und GOTT der ganzen Welt! Stürze alle Völker in Angst und Schrecken! Streck deine Hand aus zum Kampf gegen die fremden Völker, damit sie deine Macht erkennen! Du hast die Völker an uns sehen lassen, wie heilig du bist. Laß sie erkennen, wie wir es erkannt haben, daß es keinen anderen GOTT gibt, nur dich, HERR! Zeig uns neue Wunder, wiederhole deine mächtigen Taten! Mach den Ruhm deiner starken Hand noch größer! Fach deinen Zorn an wie ein Feuer, schütte ihn aus über unsere Feinde, um sie zu vernichten! Laß bald die Zeit kommen, die du bestimmt hast, mach deinen Schwur wahr, damit man überall von deinen gewaltigen Taten spricht! Im Feuer deines Zorns sollen alle umkommen, die sich bis jetzt noch retten konnten! Sie, die dein Volk gequält haben, sollen den Untergang finden! Zerschmettere die Köpfe der feindlichen Herrscher, die behaupten: Außer uns zählt niemand!

Bring die Stämme der Nachkommen Jakobs wieder zusammen! Gib ihnen ihr Land wieder, das du ihnen am Anfang als Besitz zugeteilt hast. HERR, hab Erbarmen mit Israel, dem Volk, das deinen Namen trägt, das du deinen erstgeborenen Sohn genannt hast. Hab Mitleid mit Jerusalem, der Stadt, in der dein Heiligtum steht und die du erwählt hast, um dort zu wohnen. Erfülle die Zionsstadt mit deinem Ruhm und deinen Tempel mit deiner Herrlichkeit! Bekenne dich zu deinem Volk, das du am Anfang geschaffen hast! Laß die Zusagen in Erfüllung gehen, die in deinem Namen ausgesprochen wurden! Belohne alle, die auf dich warten, damit deine Propheten als zuverlässige Boten bestätigt werden. HERR, erhöre die Bitte deiner Diener; du warst doch immer gut zu deinem Volk. Dann werden alle auf der Erde erkennen, daß du der HERR bist, der ewige GOTT.

Über die Wahl der Ehefrau

Der Magen verträgt zwar alle möglichen Speisen; aber die einen sind besser als die anderen. Wie der Gaumen einen Wildbraten sofort herausschmeckt, so kann ein kluger Verstand Lügen herausfinden. Ein hinterlistiger Kopf macht den anderen das Leben schwer; aber ein erfahrener Mann weiß, wie er es ihm heimzahlt.

Eine Frau muß jeden Mann nehmen, der sie heiraten will; aber ein Mann kann unter den Mädchen das bessere auswählen. Die Schönheit einer Frau bringt das Gesicht des Mannes zum Strahlen, für seine Augen gibt es keinen schöneren Anblick. Wenn sie dazu noch freundlich und bescheiden redet, gehört ihr Mann zu den wenigen ganz glücklichen Männern. Wer eine solche Frau gewinnt, gewinnt das Beste, das er je bekommen kann: eine Hilfe, wie er sie braucht, und eine feste Stütze.

Wo der Zaun fehlt, kann jeder Dieb das Grundstück plündern. Wo eine Frau fehlt, irrt der Mann klagend umher. Niemand vertraut einem flinken Räuber, der von einer Stadt zur anderen eilt. Genauso wenig vertraut man einem Mann, der kein Heim hat und jede Nacht dort schläft, wo er sich gerade befindet.

Kapitel 37:

Über wahre und falsche Freunde

Jeder kann sagen: Ich bin dein Freund. Aber mancher ist es nur dem Namen nach. Der Schmerz, den man empfindet, wenn ein vertrauter Freund zum Feind wird, ist so schlimm wie der Tod. Die Neigung zum Bösen in uns, wie konnte sie nur entstehen? Wie konnte sie die Erde mit Falschheit überschwemmen? Da genießt einer alle Freuden am Tisch seines Freundes; aber sobald es dem Freund schlecht geht, wendet er sich gegen ihn. Solange er etwas für seinen Bauch bekommt, ist er bereit, mit seinem Freund zu leiden. Doch wenn es zum Kampf kommt, verschwindet er hinter seinem Schild. Einen Freund darfst du nie vergessen, erst recht nicht, wenn du reich wirst.

Der gute und schlechte Ratgeber

Jeder Ratgeber hält seinen Plan für den besten; aber mancher sucht mit seinem Rat nur den eigenen Vorteil. Sei vorsichtig, wenn dir einer gute Ratschläge geben will! Finde heraus, was er damit bezweckt; denn für sich selbst plant er zuerst. Dann zieht er für dich das schlechte Los und sagt: Es sieht gut für dich aus. In sicherem Abstand bleibt er stehen und wartet ab, was mit dir geschieht.

Hol dir keinen Rat bei einem, der dir nichts gönnt! Und einem, der neidisch auf dich ist, sag nichts von deine Plänen! Berate dich nie mit einer Frau über ihre Rivalin, mit einem Feigling über den Krieg, mit einem Händler über ein gutes Geschäft, mit einem Käufer über das Verkaufen, mit einem Geizhals über Dankbarkeit, mit einem Unbarmherzigen über Güte, mit einem Faulenzer über irgendeine Arbeit, mit einem Gelegenheitsarbeiter über ein Werk vieler Jahre, mit einem trägen Diener über eine schwierige Aufgabe. Erwarte von keinem dieser Leute einen brauchbaren Rat!

Halte dich vielmehr an einen, der GOTT ernst nimmt und von dem du weißt, daß er die Gebote befolgt, jemand, der so denkt und fühlt wie du und dem es genauso weh tut wie dir, wenn dir etwas mißlingt. Und verlaß dich auf dein eigenes Gewissen, es ist dein zuverlässigster Ratgeber! Dein eigenes Empfinden sagt dir gewöhnlich mehr als sieben Wächter, die auf einer Anhöhe Ausschau halten. Vor allem aber bitte GOTT, den Höchsten, dich immer auf den richtigen Weg zu bringen.

Über Weisheit und nutzloses Wissen

Der Anfang einer jeden Tat ist das Gespräch; vor jedem Unternehmen kommt die Unterredung. Die Entscheidung, die einer trifft, kann in vier verschiedene Richtungen führen: zum Guten oder zum Bösen, zum Leben oder zum Tod. Und deine Zunge kann andere in jede dieser Richtungen lenken.

Mancher ist so klug, daß er andere belehren kann, aber nicht klug genug, um sich selber zu helfen. Mancher kann geschickt mit Worten umgehen; aber er muß hungern, weil ihn keiner leiden kann. Der HERR hat ihm keine Liebenswürdigkeit geschenkt, weil von wirklicher Weisheit nichts bei ihm zu finden ist. Mancher ist nur für sich selber weise, und von seinem Wissen hat nur er den Nutzen. Ein wirklich weiser Mann belehrt sein Volk, und seine Belehrung hat beständigen Nutzen. Ein solcher Mann wird von allen gerühmt; alle, die ihn kennen, preisen ihn glücklich. Ein Mensch lebt nur eine bestimmte Zahl von Jahren; aber die Lebensjahre Israels kann man nicht zählen. Ein Weiser gewinnt das Vertrauen seines Volkes, und sein Name wird für alle Zeiten fortleben.

Mein Sohn, während deines Lebens prüfe dich selbst! Wenn du merkst, daß dir etwas nicht bekommt, dann verweigere es dir! Nicht jeder kann alles vertragen, und nicht alles ist für alle gleich gut. Sei maßvoll bei jeder Art von Genuß, stürze dich nicht gierig auf das Essen! Zuviel Essen macht krank, und Maßlosigkeit führt nur zu Bauchschmerzen. Gefräßigkeit hat schon viele umgebracht: wer sie vermeidet, lebt länger.

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