Kapitel 42:

Wovor man sich nicht schämen sollte

Es gibt aber auch Fälle, in denen Scham fehl am Platz ist; da würdest du dich durch Rücksichtnahme auf andere schuldig machen. Schäme dich nicht:

dich zum Gesetz des Höchsten und zum Bund mit ihm zu bekennen, dich an das Recht zu halten, weil du sonst einen Schuldigen freisprechen könntest, mit einem Geschäftspartner oder Reisegefährten die Kosten abzurechnen, mit anderen ein Erbe zu teilen, genaue Gewichte und Maße zu benutzen, großen oder kleinen Besitz zu erwerben, beim Kaufen und Verkaufen über den Preis zu verhandeln, deine Kinder mit Strenge zu erziehen, einem boshaften Sklaven den Rücken blau zu schlagen.

Wenn du deiner Frau nicht trauen kannst oder wenn in deinem Haus zu viele Hände sind, tust du gut daran, deine Wertsachen unter Verschluß zu halten. Mach eine genaue Aufstellung von allem, was du in Verwahrung gibst oder nimmst! Schreib auch alle Ausgaben und Einnahmen auf! Schäme dich nicht, einen uneinsichtigen Dummkopf zurechtzuweisen, ebenso auch den Greis, der wegen Unzucht angeklagt ist. Durch all das zeigst du, daß du eine gute Erziehung genossen hast, und alle werden deinem Verhalten zustimmen.

Über die Sorgen mit Töchtern und Frauen

Eine Tochter hält ihren Vater ständig in Unruhe, auch wenn er es sich nicht anmerken läßt. Die Sorgen um sie rauben ihm den Schlaf. Solange sie jung ist, sorgt er sich, sie könnte vor der Heirat verblühen, und wenn sie verheiratet ist, sie könnte von ihrem Mann verstoßen werden. Wenn sie noch Jungfrau ist, hat er die Sorge, sie könnte verführt werden und ein Kind bekommen, während sie noch im Haus des Vaters wohnt. Und wenn sie einen Mann hat, sorgt er sich, sie könnte diesem untreu werden, oder es könnte sich herausstellen, daß sie keine Kinder bekommt.

Auf eine hemmungslose Tochter mußt du scharf aufpassen, sonst bringt sie es so weit, daß deine Feinde dich verspotten, die ganze Stadt über dich redet, das Volk zusammengerufen wird und du mit Schande bedeckt vor der großen Versammlung stehst.

Sieh bei keinem Menschen auf Schönheit! Setz dich nicht zum Gespräch in einen Kreis von Frauen! Denn aus einer Frau kommt Bosheit hervor, ebenso wie aus einem Kleidungsstück Motten. Selbst die Schlechtigkeit eines Mannes ist immer noch besser als die Güte einer Frau, und eine schändliche Frau bringt ihren Mann in Schande.

GOTTES Größe in der Schöpfung

Ich will an die Werke des HERRN erinnern und beschreiben, was ich gesehen habe. Durch seine Worte entstanden seine Werke. Die Sonne blickt strahlend auf alles herab, vom Glanz des HERRN ist die Schöpfung erfüllt. Selbst seine Engel sind nicht imstande, von all den Wundern zu erzählen, die der HERR der Welt fest aufgerichtet hat, so daß durch seine Macht das All besteht. Er blickt in das Meer und ins menschliche Herz und durchschaut sie beide bis auf den Grund. Denn er, der Höchste, hat alles Wissen, er kennt die Zeichen der wechselnden Zeiten.

Er tut kund, was einst war und was kommen wird; die verstecktesten Spuren deckt er auf. Nicht ein Gedanke kann ihm entgehen, kein einziges Wort bleibt ihm verborgen. Die herrlichen Werke seiner Weisheit, er hat sie alle genau geordnet. Er ist derselbe seit uralten Zeiten und wird es für immer und ewig bleiben. Nichts ist hinzuzutun, nichts wegzunehmen, nie braucht er jemand, der ihn berät. Wie wundervoll sind alle seine Werke, bis hin zum kleinsten sichtbaren Funken! Und all das lebt und besteht für immer; für alles, was nötig ist, ist gesorgt. Alle Dinge sind paarweise da, eins ist das Gegenstück zum anderen. Und keines hat er fehlerhaft geschaffen, eins macht die Güte des andern vollkommen. Kann man jemals genug sehen von dieser Pracht?

Kapitel 43:

Wie herrlich ist der Himmel anzuschauen! Wie klar und prachtvoll ist sein Gewölbe! Die Sonne verkündet´s bei ihrem Aufgang. Wie bewundernswert ist dieses Gestirn, das GOTT, der Höchste, geschaffen hat! Wenn sie am Mittag hoch oben steht, dörrt sie das Land durch ihre Strahlen aus. Wer hält ihrer glühenden Hitze stand? Zum Schmelzen und Brennen heizt man den Ofen - die Sonne brennt dreimal zu heiß auf die Berge, ihr feuriger Atem weht über die Erde, ihre flammenden Strahlen blenden das Auge. Wie groß ist der HERR! Er hat sie gemacht, auf seinen Befehl durcheilt sie ihre Bahn.

Zur bestimmten Zeit erscheint auch der Mond, ein ewiges Zeichen der wechselnden Zeiten, eine Leuchte, die abnimmt, bis sie verschwindet. Er gibt das Signal für die großen Feste, auch der Monat hat von ihm den Namen. Wie schön, wenn er wechselt und wieder wächst! Ein leuchtendes Banner der himmlischen Heere, so strahlt er vom hohen Gewölbe herab.

Herrlich ist der Himmel beim Glanz der Sterne! Welch funkelnder Schmuck an den Höhen des HERRN! Er, der Heilige, hat ihren Dienst geordnet, und nie ermüden sie auf ihrer Wacht.

Sieh den Regenbogen, wie prächtig er ist, und preise den, der ihn gemacht hat! Am Himmel erscheint sein strahlender Halbkreis, von der Hand des Höchsten dort ausgespannt.

Wenn der HERR es befiehlt, wirbelt Schnee herab, Blitze zucken und vollstrecken sein Gericht. Dazu öffnen sich auch seine Vorratskammern, und die Wolken fliegen wie Vögel heraus. Seine Kraft preßt die Wolken so fest zusammen, daß sie zu Hagelkörnern zerspringen. Sein Donner grollt, und die Erde erzittert; die Berge schwanken, wenn er sich zeigt.

Wenn er es will, weht der Wind von Süden, kommt Sturm von Norden oder Wirbelwind. Wie Vögel, die vom Himmel schweben, wie Heuschrecken, die den Boden bedecken, so läßt er den Schnee herniederfallen. Sein strahlendes Weiß bestaunen die Augen, die wirbelnden Flocken entzücken das Herz. Wie Salz streut der HERR den Reif auf die Erde; der gefriert zu feinen, spitzen Nadeln. Er läßt den kalten Nordwind blasen, und die Wasserflächen erstarren zu Eis; auf Teiche und Pfützen senkt sich die Kälte, überzieht sie mit einem Panzerhemd. Der Glutwind dörrt Berge und Steppen aus und verbrennt das Gras wie ein flammendes Feuer. Doch feuchtender Nebel bringt schnelle Heilung, und alles erquickt der kühlende Tau.

GOTT zähmte das Meer nach seinem Plan und setzte die Inseln mitten hinein. Seeleute erzählen von den Gefahren; voll Staunen hören wir ihre Geschichten: Dort im Meer gibt es riesige Ungeheuer und seltsame, wunderliche Geschöpfe. Er bringt seine Boten glücklich ans Ziel, und sein Wort hält alle Dinge zusammen.

Wir könnten noch viel mehr aufzählen und würden nie ans Ende kommen; der Schluß kann nur lauten: Er ist alles! Nie können wir ihn gebührend preisen; er ist doch größer als seine ganze Schöpfung. Der HERR ist gewaltig und ehrfurchtgebietend, unfaßbar und herrlich ist seine Macht. Rühmt ihn, erhebt ihn, so hoch ihr nur könnt - er ist höher, als man sich vorstellen kann! Preist ihn unermüdlich mit aller Kraft - ihr werdet doch nie damit fertig werden! Wer hat ihn gesehen und kann ihn beschreiben? Wer kann ihn so preisen, wie er es verdient? Wir kennen nur wenige seiner Werke, viele, noch größere, sind uns verborgen. Sie alle hat der HERR geschaffen - und den Frommen hat er Weisheit geschenkt.

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