Kapitel 44:

Ein Lied auf die Väter Israels

Drum laßt uns die berühmten Männer preisen, unsere Vorfahren in vergangenen Zeiten! Der HERR hat ihnen hohe Ehren zugeteilt, sie berühmt gemacht seit uralten Tagen. Da waren Herrscher über Königreiche und Männer, bekannt durch ihre Macht; da waren Berater mit tiefer Einsicht und Überbringer prophetischer Botschaft. Da waren besonnene Führer der Leute; sie kannte die Schriften ihres Volkes und belehrten es mit klugen Worten. Manche ersannen kunstvolle Weisen, andere schrieben herrliche Gedichte. Da waren Männer mit Reichtum und Einfluß, die ungestört in ihren Häusern lebten. Schon bei Lebzeiten waren sie alle berühmt und wurden von den Menschen gepriesen. Manche erwarben sich so großen Ruhm, daß man noch heute ihre Namen nennt. An andere denkt keiner mehr; es ist, als hätten sie nie gelebt. Sie sind gestorben und vergessen, genauso wie später ihre Kinder.

Wir wollen jene frommen Männer preisen, deren gute Taten man nicht vergißt. Ihr guter Ruf bleibt als Erbe bestehen für ihre Kinder und Kindeskinder. Ihre Nachkommen halten sich an den Bund und folgen seinen Regeln wie die Väter. Nie sterben ihre Familien aus, und ihr Ruhm bleibt für immer unvergessen. Ihr Körper wurde in Frieden begraben, ihr Name lebt weiter für alle Zeiten. Die Völker erzählen von ihrer Weisheit, und die Gemeinde verkündet ihr Lob.

Henoch

Henoch führte ein Leben, das dem HERRN gefiel; darum wurde er zu ihm in den Himmel geholt. Er gab allen späteren Generationen ein Beispiel zu GOTT.

Noah

Noah erwies sich als ein Mann, der GOTT in jeder Hinsicht die Treue hielt. Bei dem Strafgericht ließ GOTT ihn anstelle der ganzen Menschheit am Leben. Um seinetwillen blieben einige auf der Erde übrig, als die große Flut kam. GOTT schloß einen Bund mit ihm, der für immer gültig bleibt. Dabei machte er die Zusage, daß kein zweites Mal eine Flut alle Geschöpfe vernichten werde.

Abraham

Abraham wurde der große Stammvater vieler Völker; an Berühmtheit gibt es niemand seinesgleichen. Er hielt sich an den Bund mit GOTT, dem Höchsten, und befolgte seine Vorschriften. Die Beschneidung, das Kennzeichen für den Bund, nahm er an sich selber vor. Und als er auf die Probe gestellt wurde, blieb er treu. Deshalb sicherte ihm GOTT mit einem Eid zu, seine Nachkommen würden zum Segen für die Völker; sie sollten so unzählbar werden wie der Sand auf der Erde und so mächtig wie die Sterne am Himmel, ihr Land würde von einem Meer zum anderen reichen, vom Euphrat bis zu den Enden der Erde.

Isaak und Jakob

Für Isaak bestätigte GOTT die Zusagen, die sein Vater Abraham bekommen hatte. Er übertrug den Bund auf Jakob, er legte den Segen für alle Menschen auf ihn und sicherte ihm alle Segnungen zu. Er übertrug ihm das Land als Erbbesitz und teilte es unter die zwölf Stämme auf.

Kapitel 45:

Mose

Unter den Nachkommen Jakobs sonderte GOTT einen frommen Mann aus, der bei allen angesehen war, den GOTT und die Menschen liebten: Mose, dessen Andenken in Ehren gehalten wird. GOTT stellte ihn an Ehre den Engeln gleich und machte ihn so groß, daß seine Feinde Angst vor ihm bekamen. Auf Moses Wort hin ließ er die Katastrophen schnell hereinbrechen; damit verschaffte er ihm Achtung bei Königen. Er gab ihm die Gebote für sein Volk und ließ ihn etwas von seiner Herrlichkeit sehen. Wegen seiner Treue und Bescheidenheit wählte der HERR ihn aus allen Menschen aus und nahm ihn in seinen Dienst. Er ließ ihn seine Stimme hören und führte ihn in die dunkle Wolke hinein. Dort sprach er zu ihm Auge in Auge. Er gab ihm die Gebote, das Gesetz, das zu Leben und Erkenntnis führt, damit Mose den Israeliten die Satzungen des Bundes bekanntmachen konnte.

Aaron

Auch Aaron stellte GOTT heraus und berief ihn zum Dienst wie seinen Bruder Mose; beide gehörten zum Stamm Levi. GOTT schloß einen für immer gültigen Bund mit ihm und übertrug ihm den Priesterdienst für das Volk des HERRN. Er zeichnete ihn aus durch herrliche Gewänder und glänzenden Schmuck, hüllte ihn in vollendete Pracht und stattete ihn aus mit den Kennzeichen seiner Würde: leinene Kniehosen, Priesterhemd und Obergewand. Granatäpfel und viele goldene Glöckchen waren ringsum am Saum des Gewandes angebracht. Bei jedem Schritt Aarons im Heiligtum erklangen die Glöckchen und erinnerten GOTT an sein Volk. Er gab Aaron den heiligen Amtsschurz, kunstvoll aus Goldfäden, und blauer und roter Wolle gefertigt, dazu die Brusttasche mit den heiligen Losen für die Rechtsentscheide, aus karmesinrotem Garn von Künstlern gewebt, und die kostbaren Steine mit eingravierten Namen, von einem Edelsteinschneider in Gold gefaßt und auf die Brusttasche gesetzt, um den HERRN an die zwölf Stämme Israels zu erinnern. Er gab ihm den Turban und den goldenen Schmuck darüber mit der eingravierten Inschrift "Dem HERRN geweiht!, ein Zeichen hoher Ehre, ein prachtvolles Kunstwerk von vollendeter Schönheit. Vor Aaron hat es nie so etwas Schönes gegeben. Niemals hat ein Fremder diesen Schmuck getragen, und auch in Zukunft wird das nie geschehen. Nur einer von Aarons Söhnen war dazu berechtigt, und so wurde es auch bei seinen späteren Nachkommen gehalten. Seine Opfer müssen regelmäßig zweimal täglich dargebracht und vollständig verbrannt werden.

Mose setzte Aaron als Priester ein und salbte ihn mit dem heiligen Öl. Ein unverbrüchlicher Bund wurde mit ihm und seinen Nachkommen geschlossen, der gültig bleibt, solange der Himmel besteht. Sie sollen dem HERRN als Priester dienen und das Volk in seinem Namen segnen. Der HERR wählte Aaron aus allen Menschen aus, um dem HERRN Opfer darzubringen und duftenden Weihrauch zu verbrennen, um ihn an sein Volk zu erinnern und Sühne für die Schuld des Volkes zu erwirken. Durch seine Anweisungen gab der HERR ihm die Vollmacht, Rechtsentscheidungen zu treffen und Israel in seinem Gesetz und seinen Vorschriften zu unterweisen.

Als sie in der Wüste waren, wurden einige, die nicht zu Aarons Familie gehörten, neidisch auf ihn und lehnten sich voller Wut gegen ihn auf. Es waren die Leute um Datan und Abiram sowie Korach und seine Anhänger. Der HERR sah es und wurde darüber so zornig, daß er ein Wunder geschehen ließ und die ganze Bande durch ein loderndes Feuer vernichtete. Aber die Ehre Aarons machte er noch größer: Er gab ihm das Anrecht auf die ersten Früchte jeder Ernte, die als Abgabe dargebracht wurden, so daß er immer genug zu essen hatte. Die Priester ernähren sich von den Opfern, die dem HERRN dargebracht werden; er hat sie Aaron und seinen Nachkommen zugeteilt. Doch im Gegensatz zum ganzen Volk bekam Aaron keinen Anteil am Landbesitz, denn der HERR hatte zu ihm gesagt: Ich selbst bin dein Anteil, von mir bekommst du alles, was du brauchst.

Pinhas

Dem Ruhm nach an dritter Stelle steht Pinhas, der Sohn Eleasars, der sich leidenschaftlich für die Ehre des HERRN einsetzte, als das Volk sich empörte. Seine Mutige Entschlossenheit erwirkte für Israel die Vergebung der Schuld. Darum schloß der HERR einen besonderen Bund mit ihm, der für alle Zeiten gültig ist: Pinhas sollte dem Heiligtum und dem ganzen Volk vorstehen, ihm und seinen Nachkommen sollte die Würde des Obersten Priesters zukommen. Durch den Bund GOTTES mit David, dem Sohn Isais vom Stamm Juda, wurde verfügt, daß das Königtum immer vom Vater auf einen einzigen Sohn vererbt werden sollte. Das priesterliche Erbe Aarons aber geht auf alle seine Nachkommen über.

Ihr Priester, der HERR verleihe euch Weisheit, gerechte Richter für sein Volk zu sein, damit das Glück und der Ruhm Israels in allen kommenden Generationen nicht aufhört.

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