Kapitel 8:

Klugheit und Vorsicht beim Umgang mit Menschen

Fordere keinen Mächtigen heraus; du könntest in seine Gewalt geraten! Streite dich nicht mit einem Reichen; er könnte andere mit seinem Geld bestechen, gegen dich auszusagen. Gold hat schon viele ins Verderben gestürzt, sogar den Charakter von Königen hat es verdorben. Führe kein Wortgefecht mit einem Schwätzer; du würdest nur Öl in sein Feuer gießen! Scherze nicht mit einem ungehobelten Menschen; sonst beleidigt er noch deine Vorfahren. Mach einem anderen keine Vorhaltungen, wenn er sich bereits von seinen Verfehlungen abkehrt. Vergiß nicht, daß wir alle schuldig sind! Verachte keinen, weil er alt ist; auch einige von uns werden alt! Freue dich nicht über den Tod eines anderen; erinnere dich, daß wir alle sterben müssen!

Laß nicht außer acht, was erfahrene Menschen gesagt haben, sondern beschäftige dich eingehend mit ihren Lehren! Dadurch kannst du dich bilden und lernen, wie man den Großen dienen soll. Hör gut zu, wenn die Alten erzählen; auch sie haben es von ihren Vätern gehört. Durch sie gewinnst du Einsicht und lernst, wie du antworten sollst, wenn es darauf ankommt.

Gib einem gewissenlosen Menschen keine Gelegenheit, Unheil zu stiften! Damit würdest du ein Feuer anzünden, an dem du dich selber verbrennen könntest. Laß dich von einem frechen Spötter nicht aus der Fassung bringen; sonst dreht er dir aus deinen eigenen Worten einen Strick! Leihe keinem etwas, der mächtiger ist als du! Wenn du es doch tust, kannst du es gleich abschreiben. Leiste keine Bürgschaft, die dein Vermögen übersteigt! Wenn du es doch tust, richte dich darauf ein, daß du zahlen mußt! Prozessiere nicht gegen einen Richter; wegen seiner Stellung würde er den Prozeß gewinnen. Geh nicht zusammen mit einem Waghals auf Reisen! Er bringt dich von einer Schwierigkeit in die andere, weil er immer seinen Kopf durchsetzen muß; und wegen seiner Verrücktheit kommst du schließlich mit ihm um. Laß dich auf keinen Streit mit einem Jähzornigen ein, geh auch mit ihm nirgendwo hin, wo ihr allein seid! Im Jähzorn ist er sogar zum Totschlag fähig, und wenn keine Hilfe in der Nähe ist, bringt er dich um. Führe kein vertrauliches Gespräch mit einem Dummkopf; denn was du ihm sagst, kann er nicht für sich behalten. In Gegenwart eines Fremden tu nichts, was er nicht sehen soll! Du weißt ja nicht, ob er es gegen dich verwendet. Schütte nicht jedem dein Herz aus; es würde dir wenig Freude einbringen.

Kapitel 9:

Über den Umgang mit Frauen

Plage die Frau, die du liebst, nicht mit eifersüchtigen Verdächtigungen; damit brächtest du sie nur auf böse Gedanken gegen dich. Liefere dich keiner Frau so weit aus, daß sie dich beherrscht! Gib dich nicht mit der Frau eines anderen ab, damit du nicht in ihr Netz gehst! Halte dich nicht bei einer Frau auf, die für dich singt und spielt und tanzt; sie könnte dich mit ihren Künsten umgarnen. Schau nicht zu lange nach einem jungen Mädchen; es könnte dich teuer zu stehen kommen. Gib dich nicht mit Prostituierten ab; sie bringen dich um Hab und Gut. Streif nicht mit suchenden Blicken durch die Gassen und abgelegenen Winkeln der Stadt! Wenn du eine schöne Frau siehst, wende deine Augen von ihr ab! Richte deinen Blick nicht auf Reize, die dir nicht gehören! Frauenschönheit hat schon viele Männer auf Abwege gebracht, denn an ihr entzündet sich die Leidenschaft wie ein Feuer. Setz dich nie zusammen mit einer verheirateten Frau zum Essen und Trinken nieder! Du könntest dein Herz an sie verlieren, und deine Leidenschaft brächte dich ins Verderben.

Über den Umgang mit anderen Männern

Gib keinen alten Freund auf; ein neuer kann ihn dir niemals ersetzen! Mit einem neuen Freund ist es wie mit dem Wein: Erst wenn er alt geworden ist, schmeckt er richtig. Beneide keinen schlechten Menschen um seinen Erfolg; du weißt nicht, wie es mit ihm ausgeht. Liebäugle nicht mit dem Glück gewissenloser Menschen; denk daran, daß sie nicht bis zum Tod straffrei bleiben! Halte gehörigen Abstand zu einem, der Macht hat, dich zu töten; dann mußt du keine Angst um dein Leben haben! Wenn du ihm aber nicht ausweichen kannst, hüte dich vor jedem falschen Schritt; sonst ist es um dich geschehen! Halte dir vor Augen, daß du auf einem Weg voller Fußangeln gehst oder wie oben auf der Stadtmauer, ein leichtes Ziel für feindliche Pfeile.

Lerne deine Mitmenschen kennen, so gut du kannst; aber Rat und Hilfe suche nur bei den Klugen! Unterhalte dich mit verständigen Leuten, und bringe das Gespräch auf das Gesetz GOTTES, des Höchsten! Männer, die GOTT gehorchen, sollen deine Tischgenossen sein; den HERRN zu ehren sei dein größter Stolz!

Über Regierende

Künstler rühmt man das Werk, das seine Hände geschaffen haben; einen Herrscher rühmst das Volk für seine einsichtigen klugen Reden. Ein Schwätzer ist in seiner ganzen Stadt gefürchtet, und wer unüberlegt redet, macht sich verhaßt.

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