Kapitel 12:

Wenn du etwas Gutes tust, sei dir sicher, wem du es tust; dann wirst du für deine guten Taten Dank bekommen. Jede gute Tat an einem Menschen, der den HERRN achtet, wird dir belohnt; wenn nicht von ihm selbst, dann von GOTT, dem Höchsten. Wer nichts als Böses im Sinn hat und keinem Armen hilft, der ist keine gute Tat wert. Hilf dem, der GOTT achtet; aber unterstütze keinen, der Unrecht tut! Tu dem Gutes, der sich vor GOTT beugt; aber dem, der sich gegen GOTT erhebt, gib nichts! Weigere dich, ihn zu ernähren, sonst wird er zu stark und bekommt dich in seine Gewalt. Für jede Wohltat, die du ihm erweist, bekommst du doppelt soviel Ärger zurück. GOTT, der Höchste, haßt die, die Unrecht tun; allen, die ihn mißachten, gibt er die verdiente Strafe. Hilf guten Menschen, aber unterstütze keinen, der Unrecht tut.

In guten Tagen braucht man den Freund nicht als Verteidiger; aber in schlechten Zeiten bleibt der Feind nicht verborgen. Wenn es einem Mann gut geht, ärgern sich seine Feinde, aber wenn es ihm schlecht geht, verläßt ihn sogar sein Freund. Trau niemals einem Feind; denn seine Bosheit ist wie Rost, der sich immer tiefer frißt. Auch wenn er unterwürfig tut und sich tief vor dir bückt, paß auf und nimm dich vor ihm in acht! Er ist wie ein Spiegel aus Kupfer: Du kannst ihn ständig polieren, und er setzt doch immer wieder Grünspan an. Hol ihn nicht an deine Seite; sonst versucht er, dich zu stürzen und deine Stelle einzunehmen. Setz ihn nicht auf den Platz rechts von dir; sonst macht er dir bald deinen eigenen Platz streitig. Am Ende mußt du mit Bedauern einsehen, daß meine Warnungen berechtigt waren.

Wenn einer Schlangen beschwört oder wilde Tiere zähmen will und dabei gebissen wird, hat keiner Mitleid mit ihm. Genauso wenig Mitleid hat man mit dem, der sich mit einem Schurken einläßt und in seine Schurkereien verstrickt wird. Ein Schurke bleibt eine kleine Weile bei dir; aber wenn du nicht gemeinsame Sache mit ihm machst, hält ihn nichts mehr in deiner Nähe. Ein Feind spricht zu dir mit honigsüßen Worten, während er überlegt, wie er dich in seine Fallgrube stürzen kann. Er kann Tränen mit dir vergießen; aber findet er eine Gelegenheit, so vergießt er dein Blut. Wenn dir ein Unglück zustößt, wartet er schon an Ort und Stelle auf dich, und unter dem Vorwand, dir zu helfen, stellt er dir ein Bein. Dann zeigt er sein wahres Gesicht! Er reibt sich die Hände, nickt beifällig mit dem Kopf und streut Gerüchte über dich aus.

Kapitel 13:

Wer Pech anfaßt, wird schmutzig; und wer mit überheblichen Leuten Umgang pflegt, wird wie sie. Versuche keine Last zu tragen, die zu schwer für dich ist! Suche keinen Umgang mit Leuten, die mächtiger oder reicher sind als du! Man hängt keinen Tontopf neben einen eisernen Kessel über das Feuer, wenn der Kessel an ihn stößt, zerbricht der Topf. Der Reiche tut einem anderen Unrecht und beschimpft ihn noch dafür. Der Arme erleidet das Unrecht und muß sich dafür noch entschuldigen. Wenn du dem Reichen nützlich bist, nutzt er dich aus; doch wenn du in Not bist, läßt er dich darin sitzen. Solange du etwas hast, bleibt er bei dir und saugt dich aus - ihm selbst tut das nicht weh! Wenn er dich braucht, täuscht er dich mit lächelnden Augen und macht dir Hoffnungen. Ganz freundlich fragt er dich: Was kann ich für dich tun? Er lädt dich zum Festessen ein und verpflichtet dich dadurch zu Gegenleistungen. Nachdem er dich so zwei- oder dreimal ausgeplündert hat, macht er sich über dich lustig. Und wenn du ihm später noch einmal begegnest, kennt er dich nicht mehr und blickt in eine andere Richtung. Paß auf, daß du nicht übertölpelt und gedemütigt wirst, weil du zu arglos gewesen bist!

Wenn ein einflußreicher Mann dich zu sich einlädt, halte dich zurück! Er wird dich dafür um so häufiger einladen. Dränge dich ihm nicht auf, sonst weist er dich zurück. Bleibe aber auch nicht zu weit hinten, sonst vergißt er dich. Nimm dir nicht heraus, mit ihm wie mit deinesgleichen zu reden! Glaub auch nicht alles, was er sagt! Mit seinem Lächeln und seinen vielen netten Worten stellt er dich nur auf die Probe. Was du ihm unter vier Augen sagst, behält er nicht für sich. Erbarmungslos benutzt er es, um dich zu mißhandeln und ins Gefängnis zu bringen. Behalte deine Geheimnisse für dich und sei äußerst vorsichtig: Du bewegst dich ständig am Rand eines Abgrundes.

Vom Unterschied zwischen Reichen und Armen

Jedes Tier liebt seinesgleichen, und beim Menschen ist es nicht anders. Jedes Lebewesen gesellt sich zu anderen, seiner Art, und auch der Mensch schließt sich seinesgleichen an. Nichts verbindet den Wolf mit dem Lamm. Genauso wenig verbindet den, der GOTT gehorcht, mit dem, der GOTT mißachtet. Leben etwa Hyäne und Hund in Frieden miteinander? Welches Einverständnis gibt es zwischen dem Reichen und dem Armen? Die wilden Esel in der Steppe sind die Jagdbeute der Löwen. Genauso leben die Reichen von den Armen. Überhebliche Menschen verabscheuen die Bescheidenheit; genauso verabscheut der Reiche den Armen. Wenn der Reiche stolpert, fangen seine Freunde ihn auf. Wenn der Bedürftige hinfällt, geben seine Freunde ihn auf. Wenn ein Reicher einen Fehler macht, helfen ihm viele; wenn er Unsinn redet, geben sie ihm recht. Doch wenn ein Armer einen Fehler macht, beschimpft man ihn; und wenn er etwas Vernünftiges sagt, hört keiner hin. Wenn der Reiche spricht, schweigen alle und loben seine Rede bis in den Himmel. Doch wenn der Arme spricht, fragen sie: Wer ist denn der? Und wenn er stolpert, stoßen sie ihn vollends zu Boden. Reichtum ist etwas Gutes, wenn kein Unrecht daran klebt. Und Armut ist nichts Schlechtes, auch wenn gewissenlose Menschen das behaupten.-

Über Habgier und Geiz

Was im Herzen eines Menschen vorgeht verändert sein Gesicht und macht es fröhlich oder traurig. Ein fröhliches Gesicht ist ein Zeichen für ein glückliches Herz; aber beim Erfinden von Merksprüchen muß man viel grübeln.

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