Kapitel 15:

Israel kennt seinen GOTT

Du aber, unser GOTT, bist gütig, treu und geduldig. Du regierst die Welt voller Erbarmen. Selbst wenn wir uns gegen dich vergehen, bleiben wir dein Eigentum, weil wir deine göttliche Macht anerkennen. Wir werden uns aber nicht gegen dich vergehen, weil wir uns vor Augen halten, daß wir dir gehören. Denn dich zu kennen, bedeutet vollkommen sein, und deine Macht zu kennen, führt zu unvergänglichem Leben.

Uns haben die verwerflichen Erfindungen der Menschen nicht in die Irre geführt; die buntbemalten Bilder, diese sinnlosen Machwerke von Künstlerhand, haben uns nicht beeindruckt. Nur Menschen ohne Verstand lassen sich durch den schönen Schein verführen und fühlen sich zu dem toten Bild eines toten Götzen hingezogen. Wer solche Bilder herstellt, wer sie bewundert, wer sie anbetet - sie alle sind gleicherweise in das Böse verliebt und verdienen es, daß ihre Hoffnungen enttäuscht werden.

Das sterbliche Geschöpf schafft sich nichtige Götzen

Der Töpfer knetet in mühevoller Arbeit den weichen Ton und formt daraus Gefäße für den täglichen Gebrauch. Aus derselben Masse macht er ein Gefäß, das reinlichen Zwecken und eines, das unappetitlichen Zwecken dient. Er entscheidet, wofür jedes einzelne Gefäß bestimmt ist. In verwerflicher Mühe aber formt er aus demselben Ton einen nichtigen Götzen. Er bedenkt nicht, daß er selbst erst vor kurzem aus Erde entstanden ist und daß er in Kürze, wenn die ihm geliehene Seele zurückgefordert wird, wieder zur Erde zurückkehren muß, von der er genommen ist. Es kümmert ihn nicht, daß sein Leben so kurz ist und er bald sterben muß. Er ist nur darauf aus, mit dem Gold- und Silberschmied zu wetteifern und es dem Bronzegießer gleichzutun. Er meint, es bringe ihm Ehre, wenn er die Werke großer Künstler imitiert.

Er hängt sein Herz an Staub und Asche; der Lohn, auf den er hofft, ist wertloser als Erde, sein Leben hat nicht mehr Wert als Ton. Denn er kennt den großen Meister nicht, der ihn selbst geformt hat, der ihm eine tätige Seele eingehaucht hat und den lebenschaffenden Geist. Er denkt, unser Leben sei ein festliches Spiel, bei dem man gute Gewinne macht. Sein Grundsatz ist: Man muß aus allem Profit schlagen, auch aus dem Bösen.

Der Götzendienst der Ägypter

Ein solcher Töpfer weiß besser als irgendein anderer, daß er Unrecht tut, wenn er aus demselben irdischen Stoff sowohl zerbrechliche Gefäße als auch Götzenbilder herstellt. Die Feinde aber, HERR, die dein Volk unterdrückten, waren in höchstem Maße töricht und bewiesen noch weniger Verstand als ein kleines Kind. Denn sie verehrten auch noch die Götzen aller anderer Völker als Götter - diese Götzen, die ihre Augen nicht zum Sehen brauchen können und ihre Ohren nicht zum Hören, ihre Nasenlöcher nicht zum Luftholen, ihre Finger nicht zum Greifen und ihre Füße nicht zum Gehen. Sie sind Machwerke von Menschen; einer, der das Leben selbst nur geborgt hat, hat sie geformt. Kein Mensch ist fähig, einen Gott zu bilden, der auch nur ihm selber gleicht. Weil er dem Tod verfallen ist, kann er in seiner Verblendung auch nur Totes erschaffen. Er ist dem, was er anbetet, in Wirklichkeit weit überlegen; denn er lebt doch eine Zeitlang, die Götzenbilder aber bleiben für immer tot.

Frösche und Wachteln

Die Feinde deines Volkes, HERR, verehren sogar die verächtlichsten Tiere als Götzen, die noch dümmer sind als alle anderen. Nicht einmal schön sind diese Tiere, so daß man sich - wie bei andern - an ihrem Anblick erfreuen könnte. Ganz abgesehen davon, daß sie dein Wohlgefallen und deinen Segen verscherzt haben, weil sie so vergötzt werden.


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